Der nachhaltige Kleiderschrank Part 1: Den eigenen Stil finden

Der nachhaltige Kleiderschrank – was macht ihn aus? Wie gestaltet sich der Weg dorthin? Dieser Artikel ist der Beginn einer mehrteiligen Serie, die sich mit eben diesem Thema Schritt für Schritt auseinandersetzt.

Auf diesem Blog stellen wir euch immer mal wieder Fair Fashion in Form von Outfit Posts oder aber Inspirationsartikeln vor. Der nachhaltige Kleiderschrank geht jedoch viel weiter als das bloße Besitzen des ein oder anderen fair produzierten Kleidungsstücks. Dieser Begriff ist für mich allumfassend. Bedeutet er, dass der Schrank ausschließlich mit Fair Fashion gefüllt sein darf? Nein. In meinem Augen zumindest nicht.

Während meiner Schwangerschaft habe ich versucht so wenig wie möglich auf neu angeschaffte Teile, wie etwa spezielle Umstandsmode, zurückzugreifen. Gerade im Sommer hat das mit langen weiten Kleider super geklappt. Zum Ende hin, als es draußen immer kälter und der Bauch stetig größer wurde, war ich kleidungstechnisch jedoch stark eingeschränkt. Nun, nach der Geburt, kann ich durch das Stillen ebenfalls nicht auf meinen gesamten Kleiderschrankinhalt zurückgreifen. Um ehrlich zu sein bin ich daher moment ein klein wenig unglücklich was meine Garderobe angeht. Der Bedarf nach stillfreundlicher Kleidung hat mir lediglich den letzten Anstoß gegeben mein „Problem“ Kleiderschrank anzugehen und ist nicht der alleinige Auslöser. Sicherlich kennen viele von euch das Gefühl, mit dem eigenen Kleiderschrank unzufrieden zu sein – sowohl mit dem Inhalt als auch mit der Ordnung.

Vor über 2 Jahren habe ich auf diesem Blog bereits schon einmal einen Artikel zum Thema Kleiderschrank geschrieben. Der Titel damals: „Kleiderschrank-Update: unnützes raus, neue Fair-Fashion-Lieblinge rein“. Obwohl ich seit meinem Auszug von zu Hause zum damaligen Zeitpunkt bereits mehrfach Kleidungsstücke aussortiert habe, sind im Rahmen dieses Artikels nochmals ganze 186 Teile aus dem Kleiderschrank geflogen. Auch innerhalb der vergangenen 2 Jahre, die zwischen dem letzten Artikel und diesem hier liegen, habe ich immer mal wieder Stücke aussortiert. Man sollte annehmen mein Kleiderschrank sei restlos leer. Ist er aber nicht. Natürlich hat sich der Inhalt deutlich reduziert, in meinen Augen ist er mittlerweile erneut übervoll. Darunter etliche Teile, die ich schon seit Monaten (unabhängig von der Schwangerschaft) nicht mehr getragen habe. Es wird mal wieder Zeit auszumisten!

In dem ersten Kleiderschrank-Update habe ich euch meine 5 persönlichen Tipps für’s Ausmisten gegeben. Dieses Mal möchte ich einen Schritt weitergehen. Ich möchte nicht einfach bloß erneut einige Kleidungsstücke aus dem Schrank verbannen, ich möchte meinen Schrank nach mehreren Jahren nun endlich in einen in meinen Augen wahrlich nachhaltigen Kleiderschrank umwandeln. Ihr merkt schon, der Prozess ist langwierig. Doch wenn auch ihr euch einen nachhaltigen, deutlich minimalistischeren Kleiderschrank wünscht, ist der 5-Schritte-Plan, den ich nun anwenden werden, eventuell für euch ebenfalls eine Inspiration und eine Hilfestellung auf dem Weg zu eben solch einem Kleiderschrank.

Der nachhaltige Kleiderschrank – 5 Schritte bis zum Ziel

Dieses Mal habe ich einen Plan vor Augen und im Hinterkopf. Einen Plan, der noch vor dem Ausmisten beginnt. Genau genommen erachte ich gleich zwei Punkte vor dem Ausmisten als sinnvoll. Zwei weitere Punkte folgen nach dem Ausmisten. Meine fünf Schritte:

1 // Stil
2 // Bestandsaufnahme
3 // Ausmisten
4 // Ordnen
5 // Shopping-Regeln

Die Überschrift des Artikels verrät bereits, was sich hinter dem ersten Punkt verbirgt: Den eigenen Stil finden. Das Bewusstsein über den eigenen Stil ist für mich die Grundlage eines nachhaltigen Kleiderschrankes. Auch mit Mitte 20 ist dieses Thema weiterhin aktuell bei mir. Gewiss landen erheblich weniger Fehlkäufe in meinem Kleiderschrank. Dennoch habe ich das Gefühl, dass nicht 100% des Inhaltes exakt zu meinem eigenen Stil passen. Dabei ist gerade das für den nachhaltigen Kleiderschrank so wichtig. Und nicht, dass er ausschließlich aus Fair Fashion Teilen besteht. Wenn dem so wäre, dann müssten schließlich alle alten konventionell produzierten Teile weichen und Second Teile dürften oftmals nicht einziehen. Das ist jedoch Unfug. Viel wichtiger ist es, dass ihr euch in jedem einzelnen Kleidungsstück wohl fühlt und sich die Teile untereinander kombinieren lassen. So habt ihr deutlich länger von jedem einzelnen Stück etwas und kommt ganz automatisch mit weniger Teilen aus.

Beruflich erstelle ich als Online-Redakteurin immer wieder so genannte Moodboards. Das sind meist Grafiken, die durch Bilder eine bestimmte Stimmung, einen bestimmten Stil verdeutlichen. Moodboards sind dabei behilflich sich vor dem Start eines Projektes einen groben Überblick zu verschaffen und zudem während des laufenden Prozesses den roten Faden nicht zu verlieren. Um mir meinem eigenen Stil noch bewusster zu werden, habe ich ein entsprechendes Moodboard zusammengebastelt. Dafür habe ich die Foto-Plattform Unsplash durchstöbert und zunächst sämtliche Suchergebnisse zu dem Begriff „Fashion“, die mir gefielen, abgespeichert. Eine Auswahl dieser gespeicherten Fotos hat es schließlich auf mein Moodboard geschafft. Ergänzt habe ich das ganze um eine Farbpalette der am häufigsten vertretenen Farbtöne.
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Mit dem Ergebnis meines Moodboards bin ich recht zufrieden. Es ist für mich stimmig und harmonisch. Und genau das sollte euer Moodboard, das ihr während des ersten Schrittes auf dem Weg zum nachhaltigen Kleiderschrank erstellt, auch sein. Für euch, für niemand anderen. Neben Unsplash könnt ihr für das Bildmaterial eures Boards auch auf Google, Pinterest, Instagram oder andere soziale Medien zurückgreifen. Wer es lieber analog mag, der kann natürlich auch ganz klassisch auf Modezeitschriften und die Schere zurückgreifen.

Das eigene Moodboard analysieren

Schaut euch euer Moodboad einmal ganz genau an. Welche Farben dominieren? Sind hauptsächlich Uni-Teile vertreten oder auch Muster? Welche Kleidungstücke heben sich ab? Hosen? Oder doch eher weite Kleider? Haltet dies für euch alles ganz genau fest. Das Moodboard und dessen Analyse sind essentiell für den zweiten Schritt: die Bestandsaufnahme.

Was ist euch bei eurem Moodboard aufgefallen? Gabe es Überraschungen? Fiel euch das Zusammenstellen der einzelne Bilder leicht? Oder wart ihr euch doch öfter unschlüssig? Hinterlasst eure Erfahrungen gerne in den Kommentaren, ich bin gespannt 🙂

3 Kommentare

  1. Pingback: Der nachhaltige Kleiderschrank Part 2: Die Bestandsaufnahme

  2. Sehr interessanter Artikel, so ein „perfekter“ Kleiderschrank ist irgendwie immer ein work in progress! Freue mich schon auf die nächsten Posts in dieser Reihe! 🙂

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