Der nachhaltige Kleiderschrank Part 2: Die Bestandsaufnahme

Die Artikelserie „Der nachhaltige Kleiderschrank“ geht in die zweite Runde! Dem ein oder anderem mag es vielleicht schon in den Fingern jucken und die ersten Teile wollen aussortiert werden. Bevor wir uns jedoch an das Ausmisten machen, widmen wir uns der Bestandsaufnahme des Schrankinhaltes.

Alleine die Vorstellung sich von überflüssigem Balast, in diesem Fall in Form von Kleidungsstücken, zu befreien ist erleichternd. Beflügelt von dieser Vorstellung möchte man am liebsten gleich wild drauf los ausmisten. Auch ich habe dies bereits das ein oder andere Mal gemacht. Meist resultierte daraus zunächst ein großes Chaos. Zwar wurde der Kleiderschrank so um einige Teile minimiert, was schließlich in der Natur des Ausmisten liegt, richtig zufrieden war ich mit meinem Kleiderschrankinhalt dennoch nicht. Um nicht nochmals in diese Fall zu tappen, gehe ich das Ausmisten dieses Mal mit System an.

Den Kleiderschrank mit System ausmisten

In dem ersten Teil der Artikelserie „Der nachhaltige Kleiderschrank“ habe ich euch gezeigt, wie man sich mit Hilfe eines Moodboards dem eigenen Stil nochmals deutlich bewusster werden kann. Am Ende dieses Beitrages habe ich bereits erwähnt, wie wichtig die Analyse des eigenen Moodboards ist. Genau an dieser Stelle knüpfen wir nun an. Vorab jedoch nochmals die 5 Schritte des Prozesses zur Erinnerung:

Der nachhaltige Kleiderschrank – 5 Schritte bis zum Ziel

1 // Stil
2 // Bestandsaufnahme
3 // Ausmisten
4 // Ordnen
5 // Shopping-Regeln

Wie ihr seht erachte ich eine Bestandsaufnahme des gesamten Kleiderschrankinhaltes vor dem Ausmisten als sinnvoll. Und damit meine ich tatsächlich den gesamten Inhalt – bis auf die letzte einsame einzelne Socke. Wie ihr das anstellt? Am einfachsten gelingt es, wenn ihr euch im besten Fall mehr oder weniger einen gesamten Tag Zeit nehmen könnt für die Schritte 2-4 des Weges hin zum nachhaltigen Kleiderschrank. So könnt ihr den Kleiderschrank für die Bestandsaufnahme einmal komplett leeren, im Anschluss ausmisten und am Ende die übrigen Kleidungsstücke neu einsortieren.

Überblick verschaffen mit Hilfe einer Strichliste

Nehmt euch ein Stück Papier und einen Stift zur Hand um den Bestand eures Kleiderschrankes festhalten zu können. Holt nun die Kleidungsstücke in ihren einzelnen Kategorien Stück für Stück aus dem Schrank und legt sie auf dem Bett ab (oder wo ihr eben sonst genügend Platz dafür habt). Notiert dabei auf eurem Papier die Stückzahl der jeweiligen Kategorie, am einfachsten geht das mit einer Strichliste: 15 Paar Socken, 5 Strickpullis, 4 Jeanshosen, 3 Cardigans… Wenn eure Liste fertig ist, habt ihr einen super Überblick über eure gesamte Kleidung. Vor 2 Jahren habe ich bereits einmal etwas ähnliches gemacht: ich habe auf einer Strichliste notiert wie viele Kleidungsstücke der jeweiligen Kategorie aus dem Kleiderschrank weichen mussten. 186 Teile waren es ingesamt. Ja genau, richtig gelesen. Nicht 186 Teile hatte ich im Schrank, sondern 186 Teile sind rausgeflogen. Da war ich selbst ein wenig erschrocken. Schätzt doch vorab einmal ab, wie viele Kleidungsstücke ihr besitzt. Ich bin ganz gespannt wie weit dieser Schätzwert von eurer Strichliste abweicht – verratet es mir doch gerne in den Kommentaren.

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Die Bestandsaufnahme dient jedoch nicht alleine dem Zählen der Kleidungsstücke. Viel wichtiger noch: fragt euch bei jedem Teil, das ihr aus dem Schrank nehmt, ob es tatsächlich zu eurem Stil passt. Genau dafür ist nun euer Moodboard so besonders wichtig. Dieses führt euch immer wieder vor Augen mit welchen Farbtönen, Schnitten und Stoffen ihr euch ganz besonders wohlfühlt. Bildet daher bereits während der Bestandsaufnahme zwei Haufen.

Das A & O der Bestandsaufnahme: Die Haufenbildung

Haufen 1: Ja, ist voll und ganz mein Stil. Haufen 2: Nein, passt eigentlich nicht so wirklich zu mir. Dieses Prinzip kennt der ein oder andere unter euch vielleicht bereits aus dem Buch Magic Cleaning. Im Buch lautet die Frage „Macht mich dieses Teil glücklich? Nein? Dann kann es weg.“ Wichtig ist, dass ihr bei der Haufenbildung wirklich konsequent seid – so schwer dies manchmal vielleicht auch fallen mag.

Falls euch die Entscheidung einmal so richtig schwer fallen sollte, hier noch eine weitere Frage, die euch weiterhelfen könnte: Wann habe ich dieses Teil das letzte Mal angezogen? So lange es kein besonders Teil wie vielleicht ein schwarzer Blazer, den man bloß zu besonderen Anlässen anzieht, ist und ihr das Kleidungsstück in den letzten 2 Monaten kein einziges Mal an hattet, dann werdet ihr es auch nicht in den nächsten 2 Monaten vermissen – oder aber gar den nächsten 2 Jahren. Bei genau solchen Teilen habe ich mir immer wieder gedacht: „Eigentlich ist das Teil ganz nett, irgendwann ziehst du das sicherlich noch einmal an.“ Ihr kennt das bestimmt. Aber dieser Fall trat bisher niemals (oder aber nur äußerst selten) ein. „Nett“ reicht eben nicht aus. Ihr wünscht euch schließlich, dass euer Kleiderschrank ausschließlich mit Lieblingsteilen gefüllt ist. Dies ist für mich ein ganz wichtiger Aspekt des nachhaltigen Kleiderschrankes. Und nicht etwa, dass er ausschließlich mit Fair Fashion Teilen gefüllt ist.

Der nachhaltige Kleiderschrank – endlich geht’s ans Ausmisten!

Nun sitzt ihr sicherlich vor einem riesigen Berg an Kleidungsstücken und fragt euch, wie das alles in euren Kleiderschrank gepasst hat. Beim Aufräumen und Ausmisten folgt vor der Ordnung nun einmal meist zunächst das große Chaos. Doch Besserung ist zum Greifen nah. Im dritten Beitrag der Artikelserie „Der nachhaltige Kleiderschrank“ berichte ich euch, wie ich beim Ausmisten der Kleidungsstücke vorgegangen bin.

Kategorie Fair Fashion

Ich bin Julia. Den Blog subvoyage habe ich im August 2015 gegründet und erzähle seitdem hier von meiner Reise zu einem nachhaltigeren Lifestyle. Im Oktober werde ich zum ersten Mal Mutter – ein großes Abenteuer.

1 Kommentare

  1. Noch letztes Wochenende habe ich ordentlich ausgemistet und eine weitere Methode begonnen anzuwenden für die „ach das trage ich bestimmt noch“-Teile: ich habe alle Kleiderbügel herumgedreht und drehe die Bügel wieder „richtig“ herum, wenn ich das darauf hängende Teil anziehe. Alle Sachen, deren Bügel in 2-3 Monaten immer noch „falsch“ herum hängen, werden aussortiert. Ich bin gespannt, was bleibt und bin mir sicher, das mehr rausfliegt, als mir lieb ist 😉
    Ein Lächeln,
    Miri von http://www.thesoulfoodtraveller.com

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