Quick Talk: Homestay in Thailand – ein unvergessliches Erlebnis

26. Dezember 2004. 10:27 Uhr. Eine gigantische Wasserwand trifft auf die Küste und reisst 230.000 Menschen in den Tod. Der Tsunami trifft eine Vielzahl von Länder im asiatischen und ostafrikanischen Raum und zerstört Dörfer und Städte. Lebensräume werden restlos verwüstet. In Khao Lak erreicht die Wasserwand eine Höhe von über 10 Metern. 4.000 Tote. Nirgendwo in Thailand ist die Zahl der Tsunami-Opfer höher.

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13 Jahre später bin ich mit einer Reisegruppe in Thailand unterwegs. Auch heute erinnern noch immer stumme Zeitzeugen, wie etwa ein ins Landesinnere geschwemmte Polizeiboot, an die verheerende Naturkatastrophe. Von Khao Lak aus zieht es uns nach Ban Talae Nok. Ein 240 Einwohner kleines Dorf, direkt an der Andamanseeküste gelegen. Wir bleiben für zwei Nächte hier und werden jeden Tag von einem einheimischen Guide begleitet.

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Homestay in Thailand – Der erste Tag

Erster Stop: Desert Beach. Seit der Flutkatastrophe ist dieser Strand völlig verlassen. Wahllos verstreutes, abgestobenes Geäst spiegelt den durch den Tsunami bedingten Tod wieder, der hier seine Kräfte hat walten lassen. Unter den Opfern im Dorf waren sechs Kinder, einer der vier Lehrer und weitere zwanzig Einwohner. Die gewaltige Welle drängte ins Landesinnere und zerstörte Häuser. Die ganzen Eindrücke kann ich noch nicht so wirklich in Worte fassen – Menschen in Armut im Kontrast zu einer reichen Natur und Lebensfreude gebündelt in einem kleine Dorf. Mir schwirrt der Kopf. Vor allem die Schule, die damals noch gleich am Strand gelegen war, traf es schwer.

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Das gesamte Dorf ist zwei Kilometer weiter weg von der Küste in Richtung Festland gezogen. Die Schule wurde neu gebaut. Sie steht jetzt auf einem Hügel und ist damit wohl der sicherste Ort im gesamten Dorf. Auch ein Frühwarnsystem wurde eingerichtet. Der Staat, mehrere Hilfsorganisation und eine Vielzahl von Freiwilligen halfen beim Wiederaufbau und dabei die Grundbedürfnisse zu sichern. Andaman Discoveries hat vor allem das Dorf durch Hilfe zur Selbsthilfe unterstützt.

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Die Dorfbewohner haben Angst vor dem Meer. Sie meiden den Strand so gut es geht. Doch im Meer liegt ihre Haupteinnahmequelle. Ironischerweise sind die meisten Männer hier Fischer. Mit dem Spruch „life must go on“ beendet unser Guide den Aufenthalt am Desert Beach.

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Wir beziehen unsere Kojen. Die 30-jährige, schwangere Arshah und ihre lebendige dreieinhalbjährige Tochter Nada nehmen uns in ihrem zu Hause auf. So freundlich und offen! Arshah hat unsere Schlafkojen mühevoll hergerichtet in der Lieblingsfarbe ihrer Tochter und Nada läuft vor Freude schreiend die Straße auf und ab um uns, ihren Besuch, anzukündigen. Man selber kann sich vermutlich nicht vorstellen auf Dauer so zu leben. Doch im Verhältnis gesehen war es ein sehr schönes Haus. Sie sind vermutlich eine der reicheren Familien im Dorf.

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Die erste Nacht. Ich schlafe schnell ein, obwohl es noch relativ früh ist. Der erste Tag hat mich so müde gemacht. Kurze Zeit später wache ich auf, weil mir die Seite so schmerzt, dass ich es nicht mehr aushalte auf ihr zu liegen. Ich drehe mich um und schlafe gleich wieder ein, so erschöpft wie ich bin. Ich wach wieder auf. Wieder der selbe Schmerz. Hin und Her. Ich wache nochmals auf. Dieses Mal jedoch nicht wegen meiner schmerzenden Seite, sondern weil ich bitterlich weine. Tränen rennen mein Gesicht runter. Im ersten Moment weiß ich gar nicht, warum ich weine. Ich lasse es einfach raus. Da war ein Traum, an den ich mich nur wage erinnere. Es ging um geliebte Menschen, Armut und Tod. Es gibt einiges zu verarbeiten.

Homestay in Thailand – Der zweite Tag

Der zweite Tag bricht an. Der Hahn kräht. Die Affen schreien. Wir nehmen Reißaus und fahren mit einem Boot zu einer nahe gelegenen Insel. Diese Boote hier sind laut. Sie sind klapprig. Sie sind authentisch. Ich habe mich gleich in sie verliebt. Die Natur ist ein Traum. Der helle Strand umgeben von sattem Grün in absoluter Ruhe. Wir legen uns am Strand in die Sonne. Etwas, was Thais nie tun würden. Diese Bilder sind fast Scham erfüllt. Wir sind abgehauen um uns die schönen Seiten anzusehen. Um abzuschalten. Aber das entspricht nicht der Realität des Lebens vieler Thailänder. Doch die Pause hat so gut getan.

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Es stehen einige gemeinsame Aktivitäten mit den Dorfbewohnern auf dem Plan wie beispielsweise das Weben einzelner Stücke für ein Palmendach oder ein Batik- und Seifen-Workshop. Doch am schönsten sind wohl die Momente, die spontan zustande kommen. Morgens packt Arshah das Fotoalbum ihrer Hochzeit aus und abends finden wir uns mit ihr in der Küche beim Kochen wieder. Ein großes Spektakel ist auch das Rösten der Cashewnüsse, die gerade zufällig Saison haben.

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Nada war die ganzen drei Tage wann sie nur konnte immer und überall dabei. Sie war der absolute Selfentertainer. So verspielt. So strahlend. Während der gesamten Zeit hat sie nicht einmal geweint oder gequengelt. Die pure Lebensfreude, dieses dreieinhalbjährige Mädchen. Zum Abschied springt sie uns allen auf den Arm und verteilt Küsschen. Überall auf der Welt kann man Liebe, Glück und Hoffnung finden. In jeder Dunkelheit gibt es Licht.

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Wenn ihr auch einen Homestay in Thailand erleben möchtet, wendet euch gerne an die Organisation, mit der ich unterwegs war:

Andaman Discoveries

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