Quick Talk: Jung Mutter werden

Vor knapp 3 Monaten bin ich 24 Jahre alt geworden. In (etwa) 3 Wochen werde ich zum ersten Mal Mutter. Mutter eines absoluten Wunschkindes, Mutter unserer kleinen Tochter. 24 Jahre mag für einige jung sein, für mich ist es genau das richtige Alter. Doch was bedeutet es, dieses „jung Mutter werden?“.

Meine Mutter war 24 Jahre und 3 Monate alt als sie ihr erstes Kind (mich) bekommen hat. Auch meine Schwiegermutter (in Spee) war bei der Geburt des großen Bruders meines Freundes 24 Jahre und 3 Monate alt. Ein witziger Zufall, dass auch ich nun 24 Jahre und 3 Monate alt sein werde bei der Geburt unserer Tochter. Geplant war dieses exakt gleiche Alter nicht, wie sollte es auch. Doch es zeigt: was heute als „früh“ gilt, war vor einer Generation noch eher die Regel.

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Was jedoch definitiv geplant war, ist die Schwangerschaft, die ich mittlerweile in der 38. Woche in vollen Zügen genieße. Ich genieße, bin unendlich dankbar und voller Vorfreude auf den Familienzuwachs.

Glücklicherweise bin ich ein Mensch, der in großen Teilen mit sich selbst im Reinen ist und daher sich wiederholende Anmerkungen wie „Oh dein Babybauch ist aber riesig! Bist du sicher, dass es nicht Zwillinge werden?“ nicht persönlich nimmt. Ähnlich geht es mir mit der Frage, die zu Beginn der Schwangerschaft definitiv zu den Top 3 der meist gestellten Fragen gehört: „War’s denn geplant?“. Dicht gefolgt übrigens von „Heiratet ihr denn dann nun auch?“. Ja, war geplant. Nein, geheiratet wird dieses Jahr nicht mehr. Auch wenn ich mich durch diese Frage nicht angegriffen fühle, macht sie mich dennoch ein wenig stutzig und ich frage mich, ob ich sie genau so häufig gestellt bekommen hätte wenn ich 32 Jahre alt wäre.

„Heutzutage ist die Gesellschaft viel offener für alternative Lebensmodell“ – bekommt man an den unterschiedlichsten Stellen immer wieder zu hören und zu lesen. Erfreulicherweise stimmt das zu gewissen Teilen definitiv. Und dennoch scheint das Bild der Gründung der Idealfamilie in vielen Köpfen immer noch gleich abzulaufen: Hochzeit, Hausbau und dann erst Kinder bekommen. Zuvor noch einige Jahre Berufserfahrung sammeln, sodass man bei der Geburt des ersten Kindes etwa 32 Jahre alt ist als Mutter. Diesen Weg möchte ich mit meinen Worten überhaupt nicht kritisieren, ganz im Gegenteil. Jede Familie hat ihren eigenen „richtigen“ Weg, das ist es viel mehr, was ich damit ausdrücken möchte. Mein Idealweg ist dieses Modell nicht, für jemand anderen kann es aber perfekt sein.

Auf’s Bauchgefühl hören und jung Mutter werden

Der Kinderwunsch ist da. Nicht plötzlich, sondern schon eine ganze Weile. Ich habe mein Studium erfolgreich abgeschlossen, arbeite seit über 2 Jahren selbstständig, bin mit meinem Freund seit 6 Jahren mehr als glücklich ein Paar. Nach langer Fernbeziehung leben wir nun seit 1,5 Jahren auch zusammen in einer geräumigen Dreizimmerwohnung. Wozu warten mit der Erfüllung des Kinderwunsches? Und vor allem: worauf warten? Dass ich 28 Jahre alt werde, damit ich nicht mehr so „jung“ bin? Wenn es sich richtig anfühlt, dann ist es auch richtig. Und da sollte man sich von niemanden verunsichern lassen.

In unserem Geburtsvorbereitungskurs haben wir uns während der Vorstellungsrunde eine halbe Stunde lang mit einem Pärchen, das ebenfalls zum ersten Mal Mutter und Vater wird, ausgetauscht. Er ist 38 Jahre alt, sie 34. Hätten sie uns gesagt sie wären 10 Jahre jünger, wir hätten es ihnen sofort geglaubt. Obwohl er ganze 14 Jahre älter ist als ich, haben wir uns auf Anhieb gut verstanden. Oftmals ist das Alter eben doch nur eine Zahl.

Ich freue mich auf das jung Mutter werden, liebe den kleinen Bauchbewohner schon jetzt so unfassbar doll und kann es kaum noch erwarten unsere Tochter das erste Mal in den Armen zu halten. Als Fortsetzung zu den Gedanken zum jung Mutter werden folgen auf dem Blog neben Artikeln wie „Die nachhaltige(re) Baby-Erstausstattung“ in einigen Wochen sicherlich auch weitere zum Thema jung Mama sein.

Auf dem Blog Mumlife hat Janine von new2berlin, die mit 38 Jahren zum ersten Mal Mutter geworden ist, in ihrem Artikel „Das perfekte Baby Alter – ob jung oder alt, hauptsache Mama“ durch ein großes Interview gleich mehrere Mütter zu eben diesem Thema zu Wort kommen lassen. Ein lesenswerter Artikel, der wunderbar aufzeigt wie unterschiedlich Lebensmodelle doch sein können.

Kategorie Lifestyle

Ich bin Julia. Den Blog subvoyage habe ich im August 2015 gegründet und erzähle seitdem hier von meiner Reise zu einem nachhaltigeren Lifestyle. Im Oktober werde ich zum ersten Mal Mutter – ein großes Abenteuer.

3 Kommentare

  1. Während einer Schwangerschaft und noch schlimmer danach bekommt man eine solche Welle von „gescheiten“ Ratschlägen und Weisheiten, dass man irgendwann am besten auf „Durchzug“ stellt. Ich hab zwei Kinder, das erste mit 34, das zweite mit 37… ich finde es toll, dass Du Dich so früh für ein Kind entschieden hast! Gibt kein „richtiges“ Alter zum Kinderkriegen – und es wird mit zunehmendem Alter bestimmt nicht einfacher!

  2. So ein schöner Beitrag!
    Ja, die Gesellschaft wurde – ein Glück – etwas offener. Aber es gibt auch immer noch die „alten Traditionen“ bei Familien, die mir etwas auf die Nerven gehen (bspw: nur der Mann darf einen Heiratsantrag machen, erst danach dürfen Kinder kommen etc.). Aber wie du schon sagst, geht jeder seinen eigenen Weg und ich finde eure Einstellung super!

    Mein Freund und ich lassen das Leben auf uns zukommen und wollen beide erst das Studium beenden. Danach sehen wir weiter. 🙂

  3. Hallo Julia,
    toller Beitrag, ob die Welt toleranter neuen Lebensmodellen gegenüber ist kann ich dir nicht sagen. Was ich aber weiß, das man als junge Mutter oft seltsam angeschaut wird. Als ich meinen Sohn mit 23 Jahren bekam, wurde ich damals gefragt ob das denn sein müsse. Ich hätte doch alle Zeit der Welt. Und ja mein Sohn ist ein Wunschkind, ich war verheiratet mit abgeschlossener Ausbildung. Bei Elternabenden war ich immer die jüngste Mutter, was teilweise schon befremdlich anmutete. Heute ist mein Sohn 18 Jahre alt, und finde seine junge Mutter immer noch cool. Von daher, ich habe es niemals bereut mein Kind in jungen Jahren zu bekommen. Hat das doch noch einen wunderbaren Nebeneffekt. Ich kann mit Anfang 40 mein Leben wieder frei gestalten. Wenn ich kurzfristig zur Buchmesse will, ja warum denn nicht. Der Junior ist groß. Freunde von uns haben noch kleine Zwerge daheim, da muss alles ewig im vorraus geplant werden. Das vermisse ich nicht, was nicht heißen soll das ich meinen Sohn nicht liebe. Aber es ist einfach schön wenn man sein Leben wieder ein Stück für sich selbst hat.
    LG Jeanette

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