{Gastartikel} Wieso ein nachhaltiges Leben glücklich macht

Wer nachhaltig lebt, möchte seinen Mitmenschen, der Natur und Tieren so wenig Leid wie möglich zufügen. Ich gehöre auch dazu. Um das zu erreichen, gehe ich gerne einen Umweg oder übe Verzicht. Verrückt, nennen mich manche. Verstehe ich nicht, sagen andere.

Möglicherweise ist es eine berechtigte Frage: Warum verzichte ich auf Bequemlichkeit für Menschen, die ich nicht kenne oder für die Erde, deren Zerstörung ich nicht mitbekommen werde? Die Antwort ist ebenso einfach wie verständlich: Weil es aus verschiedenen Gründen glücklich macht.

1. IHR KONSUMIERT ZWAR WENIGER, DAFÜR ABER BEWUSSTER

Weniger Konsum hört sich in unserer Überflussgesellschaft nach schlimmem Verzicht an. Wir sind es gewohnt, täglich und rund um die Uhr alles zu Schnäppchenpreisen bekommen zu können. Tatsächlich macht aber genau dieses Denken unzufrieden. Wir denken, unser Leben würde durch den grenzenlosen Konsum besser werden. Das ist ein großer und fataler Irrtum.

Das Leben wird schwieriger, belastender. Wir kaufen lauter Schnick-Schnack, weil es uns hinterhergeworfen wird. Wir kaufen Dinge, die okay sind. Nicht super-toll, dafür aber billig. Wir stopfen unser Leben mit mittelmäßigen Gegenständen voll. Das ist kräftezehrend.

Sobald ihr anfangt, auf Nachhaltigkeit zu achten, ändert sich euer Konsumverhalten drastisch. Ihr überlegt euch fünf Mal, ob ihr etwas unbedingt braucht (Achtung, Spoiler: meistens wird die Antwort “nein“ lauten). Ihr seid bereit mehr Geld auszugeben. Statt einer 10-Euro-Bluse aus Polyacryl steht ihr plötzlich einer fair gehandelten Leinen-Bluse für 70 Euro gegenüber. Eine solche Bluse kauft man nicht, weil sie ganz okay ist. Man kauft sie, weil sie einen umhaut und entzückt. Sie wird in vielerlei Hinsicht zu etwas Besonderem. Sie ist nicht eine neben vielen, sondern einzigartig. Ja, sie ist perfekt. Stellt euch vor, alle Gegenstände in eurem Leben lösen solche Gefühle aus. Wirkt das Leben so nicht plötzlich viel leichter und bunter?

2. WAS ANDEREN GUT TUT, TUT AUCH EUCH GUT

Es ist wie eine ungeschriebene Regel: Alles, was gut für die Natur, Tiere oder andere Menschen ist, ist auch für euch gut. Etwa die hochätzende und umweltbedenkliche Chemie, die zum Färben konventioneller Massen-Kleidung genutzt wird und die Gesundheit der beteiligten Färberinnen und Näherinnen massiv gefährdet. Die Spuren dieser Gefahr haften immer noch an der Kleidung, wenn sie in den Läden hängt. Die meisten Kunden ahnen nicht, dass sie die teilweise krebserregenden Giftstoffe über das Tragen auf der Haut direkt in ihren Körper schleusen.

Und da hört es nicht auf. Umweltschädigende Reinigungsmittel, die ebenfalls durch den Kontakt mit der Haut (Waschmittel) oder durch feinen Aerosol-Nebel in unseren Körper gelangen. Plastik, der verschiedenste negative Auswirkungen auf die Gesundheit hat. Mit Antibiotikum vollgepumpte Tiere, die uns nicht nur durch ihre Produkte mit diesem gefährlichen Medikament versorgen, sondern auch das Grundwasser belasten. Vor Pestiziden triefendes Obst und Gemüse, das für das Bienensterben verantwortlich ist, die Bauern an ihre gesundheitlichen Grenzen bringt und auch unsere Körper vergiftet.

Wir denken, diese Dinge sind weit von uns weg. Mit unserem Konsum holen wir sie aber direkt in unser Wohnzimmer, in unser Leben. Und dort geht es weiter. Lange und unnötige Autofahrten belasten die Umwelt nicht weniger als unsere Lungen und unseren Bewegungsapparat. Lange Dusch-Orgien reizen unsere Haut. Der Verzehr von raffiniertem Palmöl, für das etliche Urwälder gerodet werden, führt zu Krebs.

Ein nachhaltiges Leben hält uns also auf lange Sicht gesund. Und die Gesundheit gehört mit zu den Voraussetzungen für ein glückliches Leben.

3. IHR HABT EIN REINES GEWISSEN

Das Wissen um die negativen Auswirkungen ihres Handelns ist vielen bewusst. Das höre ich an solchen Aussagen wie „Ich esse kein Fleisch mit Knochen. Das erinnert mich zu sehr daran, dass es mal ein Tier war.“ Oder „Ich möchte das alles gar nicht so genau wissen.“ Es ist ein Augenverschließen vor der Realität.

Ein Gewissen ist also (glücklicherweise) bei vielen noch vorhanden. Und hier liegt auch das „Problem“: Sobald man sich ein bisschen mit Nachhaltigkeit beschäftigt hat, klopft das schlechte Gewissen an, wenn man entgegen dieser Erkenntnisse handelt. Auch wenn das vielleicht eher im Unbewusstsein stattfindet, zieht es doch runter.

Wie können wir auch freudestrahlend durchs Leben laufen, wenn wir wissen, dass unsere Gewohnheiten schlecht für andere sind? Oder Tieren schaden. Oder der Natur. Oder eben uns selbst. Das ruft ein inneres Ungleichgewicht hervor, das nicht unterschätzt werden sollte. „Nach mir die Sintflut“ ist vielleicht ein Grundsatz, den gewissenlose Menschen ohne Zögern raushauen können. Sobald allerdings ein Fünkchen Gewissen da ist, kommen sich unsere Werte mit dem tatsächlichen Handeln in die Quere. Und das tut weh. Auch wenn derjenige vielleicht nicht die Ursache zu erkennen vermag.

Wer nachhaltig lebt, hat ein reines Gewissen. Nicht nur Tier, Mensch und Natur im Heute gegenüber, sondern auch im Morgen. Ich möchte, dass meine Enkel und Ur-Enkel in einer schönen, heilen Welt aufwachsen. Ich sehe mich in der Verantwortung, mit meinem Verhalten dazu beizutragen. Mit Nachhaltigkeit gehe ich einen entschiedenen Schritt in diese Richtung.

4. IHR FÜHLT EUCH ALS TEIL EINES GROSSEN GANZEN

Ich bin ein Individuum und möchte mich auch als solches sehen. Gleichzeitig sehe ich mich aber auch als ein Teil der Welt. Ich bin ein ebensolches Produkt der Natur wie ein Baum, ein Vogel oder ein Einwohner eines Entwicklungslandes. Ich stelle mich nicht über diese Dinge, nur weil ich mit mehr Intelligenz (als Baum und Vogel), mehr Geld oder mit der Geburt im richtigen Land gesegnet wurde.

Ich sehe mich als Teil von all dem. Dieses Bewusstsein macht mir immer wieder bewusst, was für ein Wunder meine Existenz ist und wie dankbar ich sein kann. Darüber bin ich sehr glücklich.

Ich möchte die Welt, deren Teil ich bin, nicht mit Füßen treten.

Sobald ihr eure Rolle als einfachen Bestandteil unserer Erde erkennt, fällt es euch plötzlich viel leichter, nachhaltig zu leben. Geht raus in die Natur, schaut euch nachts den Mond an, beobachtet emsige Ameisen und fliegende Vögel. Reiht euch selbst ein in die Wunder, die uns die Natur bietet.

Euch wird klar werden, dass der Mensch nicht gewinnen kann, wenn er sich weiterhin über alles und jeden stellt. Die Natur wird immer siegen.

Ihr werdet euch plötzlich verbunden fühlen mit Menschen auf der ganzen Welt. Es wird euch plötzlich falsch vorkommen auf Kosten einer indischen Näherin billigste Kleidung zu tragen. Oder auf Kosten peruanischer Bauern tassenweise Kaffee zu trinken.

Ihr seid bereit, mehr zu zahlen und weniger zu konsumieren. Ihr achtet andere Menschen genauso wie Tiere und die Natur und seid bereit, zu ihren Gunsten zurückzustehen. Und das belastet euch nicht mal. Es beflügelt euch. Weil es ein großartiges Gefühl ist, auf einem wunderschönen Planeten gemeinsam mit einer Familie aus sieben Milliarden Menschen zu leben.

Wie geht es euch, wenn ihr nachhaltige Entscheidungen trefft? Fühlt ihr euch eingeschränkt?

Kategorie Lifestyle

Maike hilft in ihrem Blog Spring of Vitality Menschen dabei, mehr Lebensfreude in ihr Leben zu bringen. Sie hat selbst die Erfahrung gemacht, dass tiefe Zufriedenheit nur durch die richtige innere Haltung und einen fitten und gesunden Körper erreicht werden kann. Seit vielen Jahren beschäftigt sie sich intensiv mit einer gesunden Lebensweise und Persönlichkeitsentwicklung. Dieses Wissen gibt sie nun an Menschen weiter, die endlich ihr Leben ändern, um so einzigartig zu leben, wie sie es verdient haben.

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