Die zuckerfreie Ernährung – Vorteile & Nachteile

Hallo ihr lieben subvoyage-LeserInnen. Ich heiße Ann-Kathrin, bin selber begeisterte subvoyage-Leserin, blogge auf „Einfach grünlich“ und „Munchkins Happy Place“, bin noch ein paar Monate in Elternzeit und stecke mitten in meiner Zweitausbildung zur Gesundheits- und Ernährungsberaterin.

Ein Thema, das meine beiden Blogs vereint, ist meine Ernährung. Während ich auf Einfach grünlich liebend gerne vegane, glutenfreie und zuckerfreie Rezepte teile, thematisiere ich auf Munchkins Happy Place immer mal wieder eine ausgewogene Ernährung für Kinder bzw. die ganze Familie.

Ich ernähre mich seit mittlerweile 1,5 Jahren zuckerfrei und habe in dieser Zeit festgestellt, dass diese Ernährungsform sowohl Vorteile als auch Nachteile mit sich bringt. Auf ein paar dieser Vor- und Nachteile möchte ich heute etwas genauer eingehen.

Erstmal vorweg, ein komplett zuckerfreies Leben gibt es einfach nicht. Zucker steckt, mal abgesehen von Wasser, wirklich überall drin. Und das ist auch erstmal gut so, denn wir benötigen eine gewisse Menge an Zucker, damit unser Körper funktionieren kann. Wieviel Zucker unser Körper benötigt, habe ich in einem Artikel auf meinem Blog bereits thematisiert. Zucker liefert uns Energie, treibt unseren Körper an und sorgt dafür, dass die körperlichen Prozesse ohne Probleme ablaufen. Doch Zucker ist nicht gleich Zucker. Der Zucker, den der Körper benötigt, nennt sich Glucose. Glucose bzw. Traubenzucker ist eine der so genannten Einfachzucker-Arten.

Zuckerfreie Ernährung Vorteile und Nachteile Blog subvoyage

Ein weiterer Einfachzucker ist die Fructose. Der große Unterschied ist, dass unser Körper für die Fructose keine wirkliche Verwendung hat. Sie schmeckt zwar ziemlich süß, sogar wesentlich süßer als Glucose, doch sie liefert keine Energie. Da der Körper die Fructose nicht verwerten kann, wird sie zu 90% zur Leber, eines unserer wichtigsten Entgiftungsorgane, geschickt und kann dort ziemlichen Schaden anrichten. Durch einen zu hohen Fructose-Konsum und die damit einhergehende Überbelastung der Leber, kann sich unter anderem eine Fettleber entwickeln, die üblicherweise eher mit Überernährung oder Alkoholmissbrauch in Verbindung gebracht wird.

Unser Haushaltszucker besteht übrigens zu 50% aus Glucose und zu 50% aus Fructose. Eine gleiche oder auch ähnliche Zusammensetzung haben auch Rohrohrzucker (50% Fructose), Kokosblütenzucker (40-50% Fructose), Honig (40% Fructose) und Ahornsirup (40% Fructose). Wirklich gesünder sind diese Zuckeralternativen für unseren Körper dementsprechend nicht. Positiv an diesen Zuckeralternativen ist jedoch, dass der Fructosegehalt höchstens 50% ausmacht – es gibt nämlich auch beliebte Zuckerersatz-Produkte, die einen weit höheren Fructosegehalt haben und dadurch noch schädlicher für den Körper sind: Agavendicksaft (bis zu 90% Fructose) oder auch Maissirup/High Fructose Corn Syrup (90% Fructose). Wenn ihr mehr zu den Zuckeralternativen erfahren möchtet und wissen möchtet, welche Alternativen denn wirklich gesünder sind, dann schaut doch mal bei diesem Artikel vorbei: „Zucker und seine Alternativen – was ist wirklich gesünder?“.

Zuckerfreie Ernährung Vorteile und Nachteile Blog subvoyage

Jetzt habt ihr schon einiges zum Thema Zucker erfahren, doch was sind denn nun die Vorteile und Nachteile einer zuckerfreien Ernährung? Wenn man sich im Netz umschaut, dann gibt es scheinbar endlose Listen an Vorteilen – ich werde jedoch nur auf die eingehen, die ich selber erlebt habe.

Vorteile einer zuckerfreien Ernährung

Man weiß plötzlich, worauf man beim Einkaufen achten muss

Wer auf Zucker verzichten möchte, fängt automatisch damit an, sich die Zutatenlisten beim Einkaufen genauer anzuschauen. Anfangs wird man erstaunt sein, wie viele Namen Zucker hat, und wo er überall drin steckt. Mit der Zeit weiß man, wie man den versteckten Zucker umgehen kann und lässt sich von verheißungsvollen Beschreibungen wie „30% weniger Zucker“ oder „ohne Zuckerzusatz“ nicht mehr zum Kauf verleiten.

Back to the roots – die Ernährung wird ursprünglicher

Durch den Verzicht auf Zucker lernt man Lebensmittel nochmal ganz neu kennen. Da vielen verarbeiteten Lebensmitteln Zucker hinzugefügt wird, kehrt man viel häufiger zum Ursprungs-Produkt zurück. Man probiert Lebensmittel, die man vorher gar nicht auf dem Schirm hatte, fängt an mit Gewürzen zu experimentieren und verändert die eigene Ernährung automatisch zu einer gesünderen und natürlicheren Ernährungsweise.

Der Geschmack verändert sich

Wer auf Zucker verzichtet, wird nach einer Weile merken, dass sich die Geschmacksnerven verändern. Man ist wieder in der Lage zu merken, wie süß Obst schmeckt. Und man kann plötzlich wieder viel mehr Komponenten aus einer Mahlzeit herausschmecken.

Man hat keine Heißhungerattacken mehr

Heißhungerattacken werden meist durch den absinkenden Blutzucker hervorgerufen. Durch eine zuckerfreie Ernährung bleibt der Blutzuckerspiegel jedoch viel konstanter und die Heißhungerattacken tauchen viel seltener auf. Stattdessen bekommt man ein viel besseres Gefühl dafür, wann man wirklich Hunger hat.

Gewichtsverlust

Beim Gewicht spielen natürlich auch noch viele andere Faktoren eine Rolle, doch wer durch die Ernährungsumstellung viel häufiger zu frischen, unverarbeiteten Lebensmitteln greift, keine Heißhungerattacken mehr hat und gesündere Snacks zu sich nimmt, der hat sehr gute Chancen, auch ein paar Kilo abzunehmen.

Positive Effekte auf den Körper und die Psyche

Ein abfallender Blutzuckerspiegel macht sich (neben den Heißhungerattacken) oft durch Nervosität, Zittern, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten und manchmal sogar durch ein Gefühl von Panik bemerkbar. Eine ausgewogene, gesunde und zuckerfreie Ernährung, durch die der Blutzuckerspiegel keine extremen Schwankungen erlebt, können diese körperlichen und psychischen Symptome minimieren. 
Manche dieser Symptome können sich sogar zum Gegenteil wandeln. Man hat plötzlich viel mehr Kraft und Durchhaltevermögen, kann sich länger konzentrieren, fühlt sich nicht so schnell ausgepowert usw.

Nachteile einer zuckerfreien Ernährung

Neben all den positiven Effekten, die ein Leben ohne Zucker einem beschert, gibt es aber auch ein paar negative Punkte.

Der Entzug

Die ersten Tage, in denen man auf Zucker verzichtet, können wirklich fies sein, denn der Körper wird ganz laut nach Zucker schreien. Da Zucker auf den Körper wie eine Art Droge wirkt, gleicht der Verzicht auf Zucker einem Entzug. Viele erleben deswegen in den ersten 2-5 Tagen starke Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen, Zittrigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit und natürlich starken Heißhunger auf süßes Essen. Nach ein paar Tagen wird es zum Glück viel einfacher, die Entzugserscheinungen verschwinden und die positiven Effekte setzen ein.

Essen unterwegs

Seit ich mich zuckerfrei ernähre, habe ich eigentlich immer etwas Essbares in der Tasche – unterwegs etwas zu finden, ist oftmals nämlich gar nicht so einfach (bei mir wird es noch dadurch verstärkt, dass ich mich glutenfrei ernähren muss und vegan lebe). Richtig schwierig kann es bei Restaurantbesuchen oder Feiern werden. Die Wahrscheinlichkeit, dort zuckerfreie Gerichte zu finden, ist meist sehr gering. Auch im Urlaub kann es schwieriger sein, die passenden Lebensmittel zu finden. Während man zu Hause nach einer Weile ganz genau weiß, was wo drin steckt und wo man welche Lebensmittel findet, muss man sich auf fremden Terrain erstmal auf die Suche begeben.

Unverständnis und Diskussionen

Dass eine gesunde und ausgewogene Ernährung erstrebenswert ist und für den Körper und die Gesundheit von Vorteil ist, das wissen wir alle. Doch wenn man erwähnt, dass man sich zuckerfrei ernährt, dann kann es sein, dass man auf eine ganze Menge Unverständnis stößt. Hier hilft es nur, hinter dem zu stehen, was man sich vorgenommen hat und einem selbst gut tut und über das, was andere sagen, hinwegzusehen.

Zuckerfreie Ernährung Vorteile und Nachteile Blog subvoyage

Zuckerfreie Ernährung Vorteile und Nachteile Blog subvoyage

Abschließend möchte ich euch noch den Tipp geben, nicht zu streng mit euch zu sein und euch nicht zu etwas zu zwingen, nur um z.B. euer Gewicht zu verringern. Ich liebe Eis und Kuchen und habe auch oft Lust auf ein süßes Frühstück – wenn ich mir diese Dinge verbieten würde, dann würde es mir wahrscheinlich eher schlechter als besser gehen. Auch wenn es bei mir keinen Zucker gibt, so gibt es doch bei jeder Familienfeier Kuchen und im Sommer natürlich auch Eis – das ist mit gesünderen Alternativen auch gar kein Problem.

Weiterführende Infos über die zuckerfreie Ernährung

Falls ihr Lust bekommen habt, eine Weile oder auch längerfristig auf Zucker zu verzichten, dann habe ich auf meinem Blog 7 Tipps für euch, die euch zu Beginn helfen können. Und wenn ihr euch noch nicht so ganz vorstellen könnt, wie Gerichte oder süße Snacks ohne Haushaltszucker, Honig oder Agavendicksaft schmecken sollen, dann schaut euch doch gerne mal ein paar der Rezepte auf meinem Blog an.

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