BLW: Fingerfood für Babys im ersten Jahr

Komplett breifrei haben wir Amelie nicht ans Essen herangeführt. Doch schon früh hat sie feste Nahrung gekostet. In diesem Artikel möchte ich euch ein wenig mehr über unseren Weg aus einer Mischung von BLW und Breikost erzählen. Zusätzlich gibt es Inspiration für Fingerfood für Babys im ersten Jahr.

Die ersten Male scheint Amelie der Brei gut geschmeckt zu haben. Schnell hat sie jedoch das Interesse daran verloren. Viel spannender waren die Speisen auf Mamas und Papas Teller. Verständlich. Als Amelie mit etwa 7 Monaten sitzen konnte, haben wir daher begonnen ihr regelmäßig feste Nahrung zum Probieren anzubieten. Das erste, was sie gekostet hat, war eine Gurke. Von Beginn an legen wir ihr eine kleine Auswahl auf ihr Tablette am Hochstuhl, an der sie sich frei bedienen kann. Für den Start mit BLW (Baby-led weaning, “vom Baby geführt”) gibt es grundlegend 3 Regeln, die beachtet werden sollten:

Die 3 Goldenen Regeln

  1. Das Kind kann selbstständig sicher aufrecht sitzen.
  2. Das Kind führt das Essen selbst zum Mund und bekommt es nicht in den Mund gelegt.
  3. Das Kind ist unter Aufsicht von mindestens einem Erwachsenen.

Darüberhinaus sollten die Lebensmittel natürlich babygerecht sein. Das betrifft zum einen die Größe beziehungsweise Form. Kleine, runde Formen sollten zunächst vermieden werden. Heidelbeeren haben wir anfangs “aufgerissen” und Trauben halbiert. Mit 11 Monaten isst Amelie Trauben prima auch komplett. Sie ist bereits eine geübte Esserin. Es gibt keine magische Zahl wie etwa “mit 10 Monaten kann ein Kind Trauben am Stück essen” oder “nach 2 Monaten BLW kann ein Kind Trauben am Stück essen”. Das muss stets individuell und nach aufmerksamer Beobachtung entschieden werden. Zum anderen sind mit babygerechten Lebensmitteln salzfreie bis salzarme Speisen gemeint. Gewürze sind grundsätzlich nicht problematisch, Salz kann jedoch von den kleinen Nieren noch nicht richtig verarbeitet werden. Sprecht bitte mit eurem*rer Kinderarzt*ärztin darüber, ab wann der Salzgehalt erhöht werden darf.

Warum muss das Kind sitzen können?

Oftmals besteht die Sorge, das Baby könnte sich an der festen Nahrung verschlucken. Der Punkt, der den Würgereiz auslöst, liegt bei Babys deutlich weiter vorne als bei Erwachsenen. Zu große Nahrungsstücke werden daher fix wieder ausgespuckt und im Fall der Fälle hochgewürgt. Das Essen fällt meist einfach wieder aus dem Mund, wenn es von dem Baby nicht gegessen werden kann. Damit es aber herausfallen kann, muss das Kind aufrecht sitzen.

Wenn das Kind aufrecht sitzt, ist die Gefahr des Verschlucken beim BLW sogar geringer als bei der Breikost. Den Brei essen die Babys oftmals nicht bewusst, sondern teils beiläufig. Sie entscheiden schließlich nicht selbst, wann der nächste Löffel im Mund landet. Man sieht den kleinen Menschlein auch nicht immer an, ob sie mit den Gedanken gerade nicht wo ganz anders sind. Wenn Babys Fingerfood eigenständig essen, konzentrieren sie sich voll und ganz auf diesen Vorgang und essen bewusster und die Gefahr des Verschlucken wird so minimiert. Nichtsdestotrotz sollte ein Baby niemals ohne Beisein eines Erwachsenen essen.

Wie beginne ich mit dem Fingerfood für Babys?

Begonnen haben wir mit Lebensmitteln in “Pommesform”. Sprich etwa einer länglich geviertelten Gurke. Aber auch ein gedünstetes Brokkoli-Röschen mit Stil eignet sich gut. Durch diese Form können die Babys die Lebensmittel gut greifen und oben abbeißen. “Beißen” können die Kleinen übrigens sogar ohne Zahne, mit den Kieferplatten lässt sich bereits einiges an Druck ausüben. Amelie hatte lediglich die beiden unteren mittigen Schneidezähne, als wir mit BLW begonnen haben.

Amelie hat eine kurze Zeit lang drei Breimahlzeiten pro Tag gegessen. Zunächst haben wir das Mittagessen durch Fingerfood ersetzt, dann das Frühstück. Nur ihren Abendbrei isst sie weiterhin mit Vorliebe. Bei den ersetzten Mahlzeiten haben wir mit einzelnen Lebensmitteln begonnen und die Auswahl pro Mahlzeit langsam gesteigert. Auch mit knapp einem Jahr landet noch einiges an Essen auf dem Boden (oder in den Haaren, auf der Kleidung, …). Es ist also einiges an Geduld gefragt. Wir lassen Amelie immer freie Hand. Es ist faszinierend, wie viel Freude ihr das Essen bereitet.

Welche Lebensmittel kann ich meinem Baby anbieten?

Amelie hat mit ihren 11 Monaten schon so einiges gegessen, bisher hat sie noch nichts abgelehnt. Gerne liste ich euch zur Inspiration auf, welche Lebensmittel Amelie gerne isst. Wie bereits erwähnt, müsst ihr bitte selbst individuell entscheiden, ob ihr eurem Baby diese Lebensmittel (schon) anbieten möchtet. Das Gemüse gibt es meist gedünstet/gekocht, Obst roh.

Gemüse

Gurke Kartoffel Kichererbsen
Tomate Brokkoli Zucchini
Möhre Blumenkohl Aubergine
Kohlrabi Champignons Erbsen
Süßkartoffeln Kürbis Paprika

Obst

Apfel Birne Banane
Heidelbeere Himbeere Feige
Nektarine Pfirsich Pflaume
Kiwi Avocado Traube
Melone Erdbeere Brombeere

Gerichte

Lasagne Curry Pasta
Suppe Gemüsebratlinge “Butterbrot”
Ofengemüse Kartoffel-Möhren-Gemüse Porridge

Mittlerweile isst Amelie bei uns mit und wir kochen nur noch selten etwas speziell für sie. Daher habe ich euch bereits erste Gerichte notiert, die Kinder um das erste Lebensjahr prima essen können. Teilweise pickse ich ihr das Gemüse aus den Gerichten auf eine kleine Gabel und sie isst von der Gabel. Genau so gerne isst sie die kompletten Gerichte aber auch weiterhin mit den Händen. Bei Porridge & Co beginnt sie nun ebenfalls den Löffel selber in die Schüssel und anschließend zum Mund zu führen. Zwar klappt das noch nicht so recht, aber sie übt fleißig.

Beispielhaftes Frühstück für 11 Monate altes Baby

Grundsätzlich versuchen wir Amelies Speiseplan – genau so wie unseren – abwechslungsreich zu gestalten. Wir variieren bei den Lebensmitteln für die unterschiedlichen Mahlzeiten daher. Auf den Fotos seht ihr ein beispielhaftes Frühstück: Gurke, Tomaten, Brot mit 100% Bio-Mandelmus, Banane, Trauben.

Das Frühstück bereiten wir seit einigen Monaten auf ihrem kleinen Holzteller zu. Noch landet dieser jedoch relativ fix auf dem Boden, da sie sich gerne anschaut wie der Teller von unten aussieht. Der Teller steht daher bei uns auf dem großen Tisch und wir reichen ihn ihr immer wieder an. Sie nimmt das, was sie gerne als erstes essen möchte vom Teller, und ist damit eine Weile beschäftigt. Sobald sie fertig ist, reichen wir ihr den Teller erneut. Bei uns funktioniert das so super. Sie greift bei der Kombi stets zuerst zu den Trauben & Tomaten, danach ist der Rest dran.

Eure Erfahrungen mit Fingerfood für Babys im ersten Jahr

Wann haben eure Kleinen das erste Mal feste Nahrung gekostet? Was schmeckt ihnen am besten? Gibt es etwas, was sie so gar nicht mögen? Ich freue mich auf den Austausch zu dem Thema mit euch in den Kommentaren – gerne auch mit weiterer Fingerfood Inspiration für Babys und Kleinkinder 🙂

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