Der nachhaltige Kleiderschrank Part 3: Das Ausmisten

Nun sind wir in der Artikelserie “Der nachhaltige Kleiderschrank” bereits bei Part 3 angelangt! Nachdem wir eine Bestandsaufnahme des Schrankinhaltes vorgenommen haben, widmen wir uns nun dem Ausmisten der Kleidungsstücke.

Auf den ersten Schritt – die Festigung des eigenen Stils – und den zweiten Schritt – die Bestandsaufnahme – folgt nun der dritte Schritt: Das Ausmisten des Kleiderschrankes. Doch wie geht man dabei am besten vor? Und was stellt man mit den aussortieren Kleidungsstücken an? Antworten auf diese Fragen wird es im heutigen Teil der Serie “Der nachhaltige Kleiderschrank” geben.

Den Kleiderschrank mit System ausmisten

Bereits während der Bestandsaufnahme habt ihr 2 unterschiedliche Haufen gebildet. Zum einen den Haufen “Ja, ist voll und ganz mein Stil” und zum anderen den Haufen “Nein, passt eigentlich nicht so wirklich zu mir”. Genau diesen beiden Haufen widmen wir uns nun näher beim Ausmisten. Vorab jedoch nochmals die 5 Schritte des Prozesses zur Erinnerung:

Der nachhaltige Kleiderschrank – 5 Schritte bis zum Ziel

1 // Stil
2 // Bestandsaufnahme
3 // Ausmisten
4 // Ordnen
5 // Shopping-Regeln

Erneutes Ausmisten des Haufen Nummer 1

Ganz klar: Haufen Nummer 2 (Nein, passt eigentlich nicht so wirklich zu mir) kann direkt komplett ausgemistet werden. Im nächsten Schritt schauen wir uns daher Haufen Nummer 1 (Ja, ist voll und ganz mein Stil) nochmals genauer an.

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Nehmt von diesem Haufen erneut jedes Teil einzeln in die Hand. Ziel ist es die Stückzahl an Kleidungsstücken dieses Haufens sinnvoll weiter zu verkleinern. Stellt euch zu jedem Teil folgende Fragen:

  • Wann hatte ich es das letzte Mal an?
  • Zu welcher Gelegenheit ziehe ich es das nächste Mal an?
  • Hängen Erinnerungen an diesem Teil?
  • Fühle ich mich rundum wohl, wenn ich dieses Teil trage?
  • Lässt es sich gut mit dem Großteil meiner anderen Teile kombinieren?

Ihr hattet das Teil eine Ewigkeit nicht mehr an? Und es gibt auch keinen speziellen Anlass (etwa eine Hochzeit), zu dem ihr es doch nochmals tragen werdet? Dann kann es wohl vermutlich eher ebenfalls auf den Haufen “Wird ausgemistet”. Mir ist bewusst, dass es nicht immer ganz leicht fällt sich von einem Kleidungsstück zu trennen.

Tipp: Ihr seid euch gar nicht so sicher, wie oft ihr ein Kleidungsstück tragt? Hängt beim Einräumen des Kleiderschrankes alle Kleiderbügel “verkehrt herum” in den Schrank. Erst wenn ihr das Teil angezogen habt und es wieder in der Schrank zurück hängt, dreht ihr den Kleiderbügel erneut um. Alles, was nach 3 Monaten noch verkehrt hängt, kann vermutlich aussortiert werden. 

In regelmäßigen Abständen miste ich meinen Kleiderschrank immer mal wieder aus. So manches Kleidungsstück hatte ich dabei bereits öfter in der Hand und habe mir gedacht “Irgendwann ziehst du das sicherlich noch einmal an”. Eins kann ich euch verraten: dieses irgendwann tritt in der Regel nicht ein. Aber das ist in Ordnung. Das Ausmisten des Kleiderschrankes soll nicht zur Last werden und ein schlechtes Gefühl hinterlassen. Wenn man ein wenig mehr Zeit benötigt um sich von einem Kleidungsstück zu trennen, dann ist das völlig in Ordnung.

Tipp: Wenn ihr euch nicht sofort von einem Kleidungsstück trennen wollt, verstaut es zunächst in einer Kiste. Wenn ihr es nach 3 Monaten immer noch nicht wieder hervorgeholt habt, seht ihr, dass der Verzicht auf dieses Teil doch nicht so schwer ist. 

Nun sollte euer Haufen “Wird ausgemistet” nochmals deutlich gewachsen sein. Je nachdem wie radikal ihr beim Ausmisten wart und natürlich auch wie viele Kleidungsstück ihr grundsätzlich besitzt, kann dieser Haufen schon einmal erschreckend groß sein. Die Frage, die sich da sofort stellt: wohin mit all den aussortieren Teilen?

Aussortierte Teile sinnvoll weiterverwenden

Keines der aussortierten Teile sollte weggeschmissen werden. Für jedes gibt es eine neue Funktion, auch wenn es nicht mehr im besten Zustand sein mag und vielleicht bereits das ein oder andere Loch hat. Genau solche Teile verwendet mein Freund gerne als “Putzlappen” zum Putzen seines Rennrads. Ich bin mir sicher, ihr findet ebenfalls für jedes Teil eine neue Aufgabe. Gerne dazu ein paar weitere Inspirationen:

– Kleidung auf Kleiderkreisel verkaufen
– Kleidung auf Instagram verkaufen
– Kleidung auf dem Flohmarkt verkaufen
– Kleidung spenden
– Kleidung reparieren
– Kleidung als Putzlappen o.ä. verwenden
– eine Kleidertauschparty veranstalten
– Stoff der Kleidung für eigenes Nähprojekt verwenden

Kennt ihr das Prinzip der Kleidertauschparty? Solch eine “Party” könnt ihr prima bei euch zu Hause veranstalten. Ladet einfach eure Freunde zu einem gemeinsamen netten Abend ein und bittet sie darum aussortiere Kleidungsstücke mitzubringen. Nun können die Kleidungsstücke nach Belieben getauscht werden. So ziehen vermutlich zwar auch wieder ein paar neue Stücke in euren Schrank ein, dazu aber mehr im letzten Teil der Artikelserie “Der nachhaltige Kleiderschrank”.

Ordnung schaffen nach dem Ausmisten

Wenn ich immer wieder “Haufen” schreibe, dann meine ich das nicht bloß sinnbildlich sondern wortwörtlich. An diesem Punkt des Prozess herrscht somit vermutlich ein ziemliches Chaos bei euch. Keine Sorge, nach dem nächsten Schritt schaut das schon wieder ganz anders aus. In Part 4 der Serie “Der nachhaltige Kleiderschrank” widmen wir uns dem erneuten Einsortieren der Kleidungsstücke. So viel sei bereits verraten: gefaltet wird nun nichts mehr.

Kategorie Fair Fashion

Ich bin Julia. Den Blog subvoyage habe ich im August 2015 gegründet und erzähle seitdem hier von meiner Reise zu einem nachhaltigeren Lifestyle. Im Oktober werde ich zum ersten Mal Mutter – ein großes Abenteuer.

1 Kommentare

  1. Erinnert mich an das Kleiderschrankprojekt von Anuschka Rees. Hatte gerade einen Artikel über Tauschparty’s auf meinem Blog verfasst und daneben auch dieses Thema aufgegriffen, ich würde Euren Artikel gerne noch dazu verlinken, als Alternative zum Buch. Ganz tolle Arbeit jedenfalls.
    Viele Grüße,
    Melli

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