Digital Detox mal anders – eine nachhaltige Lösung

Der Standrechner läuft seit mehreren Stunden. Direkt daneben steht der Laptop. Immer wieder blinkt das Smartphone auf. Viele von euch kennen das vielleicht, ständig sind wir von Technik umgeben und treiben uns im Internet umher. Digital Detox soll für Anstand und Entspannung sorgen. Ich empfinde das jedoch als ein klein wenig problematisch und möchte mich daher an eine andere als die klassische Variante wagen.

Wie diese Variante exakt ausschauen wird, das muss ich zunächst selber noch herausfinden. In diesem Artikel werdet ihr erste Überlegungen und Gedanken rund um das Thema Digital Detox finden. In einigen Wochen wird es einen Folgeartikel geben, in dem ich berichten werden was sich wie in die Tat umsetzen ließ und welche Erfahrungen ich dabei gemacht habe.

digital-detox-mal-anders-nachhaltig-nachhaltikeit-blog-subvoyage-julia-recker-smartphone-home-office

Beim „klassischen“ Digital Detox verzichtet man ganz bewusst einen oder mehrere Tage auf den Zugang zum Internet und im besten komplett zu elektronischen Geräten wie dem Fernseher oder dem Tablet. Durchaus eine feine Sache. Sicherlich etwas, das ich bei Zeiten auch einmal testen werde.

Bei mir – und so wird es vermutlich vielen gehen – wird dieser krasse Internet-Entzug wie bei einer Diät mit einem JoJo-Effekt enden. Nach dem einmaligen Verzicht wird sich in meinem Alltag nicht viel ändern. Vermutlich hätte ich ein paar entspannte Tage während dem Digital Detox gehabt, doch dann verfalle ich ganz schnell wieder in alte Verhaltensmuster.

digital-detox-mal-anders-nachhaltig-nachhaltikeit-blog-subvoyage-julia-recker-smartphone-home-office-entschleunigung

Um bei dem Diät-Vergleich zu bleiben: eine Ernährungsumstellung ist hier die Lösung, die zu einem dauerhaften und nachhaltigen Effekt führt. Sprich nur wenn ich mein Nutzungsverhalten im Alltag anpasse werde ich mich entspannter und weniger gestresst fühlen.

Ich studiere Online-Redakteur im 6. Semester, ich blogge, ich arbeite als Freelancerin für verschiedenste Web-Projekte. Ihr seht schon ­– ich verbringe ganz schon viel Zeit vor dem PC und mit dem Smartphone. Morgens beim Schminken läuft ein YouTube-Video, abends eine Netflix-Serie. Auch dort schaue ich also auf einen Bildschirm.

Die letzten 7,5 Monate habe ich aufgrund meines Praxissemester in einer Kreativagentur in Münster verbracht. Davor habe ich bereits ein knappes Jahr als Freelancerin im Home Office gearbeitet. Das möchte ich jetzt beibehalten, gerne auch über das Studium hinweg. Das Arbeiten im Home Office verlangt einiges an Selbstdisziplin, gerade wenn man in einer 1-Zimmer-Wohnung lebt und der Schreibtisch nur einen halben Meter vom Bett entfernt ist.

Immer wieder ertappe ich mich dabei wie ich abschweife. Oh, jemand hat etwas auf Instagram kommentiert? Da muss ich sofort nachschauen! Und schon verbringe ich eine halbe Stunde mit der App. Auf Kanal XY ist ein neues Video online gegangen? Sofort abspielen! Und schon wieder verstreichen einige Minuten. Jedes Mal auf’s Neue ärgere ich mich, wie unproduktiv ich durch solch ein Verhalten werde.

digital-detox-mal-anders-nachhaltig-nachhaltikeit-blog-subvoyage-julia-recker-smartphone-home-office-achtsamkeit

Die ständige Ablenkung ist der erste Punkt, der mich momentan ziemlich stört. Der zweite ist Anzahl der Stunden, die vor den Geräten und im Internet verbringe. Beim Bloggen und im Home Office sind die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit nur schwer zu fassen, meist scheinen sie in einander überzugehen. Nicht selten kommt es vor, dass ich bis spät in die Nacht um 1 2 Uhr arbeite. Auch das möchte ich ändern.

Digital Detox – Eine „Ernährungsumstellung“ ist die Lösung

Da ich wie bereits erwähnt davon überzeugt bin, dass solche Angewohnheiten sich durch einen einmaligen Internet-Verzicht nicht ändern werden, möchte ich Digital Detox neu interpretieren und in meinen Alltag integrieren – tag täglich. Im ersten Schritt habe ich mir dafür einzelne To-Do’s notiert, deren Praktikabilität ich testen werde:

  • eine Morgenroutine ganz ohne elektronische Geräte einführen
  • Facebook schließen, wenn ich dort gerade nicht aktiv bin
  • beim Arbeiten am PC mehrere 5-minütige Power-Pausen einlegen
  • den Arbeitsplatz umstrukturieren damit ich mich wohler fühle und dadurch die Online-Zeit produktiver nutzen kann
  • fixe Rituale für bestimmte Apps einführen, Beispiel: Snapchat-Videos schaue ich nur noch am Abend, nicht immer mal wieder zwischendurch
  • bei Arbeiten am PC, die höchste Konzentration erfordern wie etwas das Schreiben, das Handy ganz bewusst weglegen
  • eine Feierabend für das Home Office definieren
  • gewonnene Offline-Zeit planen, Beispiel: ich nehme mir vor ein neues Buch zu lesen

In dieser Liste findet ihr erste Anregungen, die euch hoffentlich bereits helfen, wenn ihr euren Internet-Konsum beziehungsweise die Arbeitsweise im Home Office ebenfalls umstellen möchtet. Die To-Do’s lassen sich natürlich nicht nur von Freelancern im Home Office umsetzen, sondern auch von Studenten und allen anderen.

Wir sprechen uns in ein paar Wochen

Ich werde die Punkte meiner Liste nun Stück für Stück angehen. Einige werden vielleicht ganz einfach umzusetzen sein, mit anderen werde ich mich eventuell nicht wohl fühlen. Dafür werden sicherlich einige weitere Aspekte hinzukommen. So oder so – ich werde auf dem Blog von meinen Erfahrungen berichten! 🙂 Wie schaut das denn bei euch aus? Habt ihr das Gefühl bereits eine gute Balance zwischen On- und Offline-Zeit im Alltag gefunden zu haben? Oder wünscht ihr euch ebenfalls eine Veränderung?

Kategorie Lifestyle
Julia Zohren

Ich bin Julia. Den Blog subvoyage habe ich im August 2015 gegründet und erzähle seitdem hier von meiner Reise zu einem nachhaltigeren Lifestyle. Im Oktober 2017 bin ich Mutter geworden – ein großes Abenteuer.

4 Kommentare

  1. Avatar

    Spannende Anregungen. Einen Teil davon setze ich eh schon täglich um, aber das Ablenkungspotential ist natürlich groß, wenn die elektronischen Gerätschaften auch noch die Arbeitsmittel sind, mit denen man sein Geld verdient. Allerdings spricht auch gerade das dafür, sich in dieser Hinsicht emr zu disziplinieren.

    Danke noch einmal und liebe Grüße

    Jens

  2. Avatar

    Liebe Julia,
    Das sind auf jeden Fall spannende Ansätze! Ich hatte ja eben schon bei instagram kommentiert, dass ich es schwierig finde, aber vielleicht ist das auch eine Ausrede. Das, was du nämlich vorschlägst, klingt auch für den Job praktikabel. Oft geht es ja auch um die Gleichzeitigkeit dieser Dinge.
    xx
    Sabine

  3. Avatar

    Liebe Julia,

    das sind gute Ideen, bin gespannt was du an Erfahrungen zu berichten hast!
    Mir hilft es manchmal (vor allem Unterwegs) das Handy einfach bewusst in der Tasche zu lassen, dann schau ich nicht dauernd drauf.. 🙂

    Liebe Grüße, Dunja

  4. Avatar

    Liebe Julia,

    Ich kenne das Ganze nur zu gut, zum Glück habe ich aber weder Snapchat noch Netflix, was den Digital-Anteil des Tages schon mal enorm verringert ^^

    Da ich auch selbstständig ausschließlich online arbeite, habe ich auch erst mal einen Rhythmus und ein gutes Maß finden müssen, aber mit der Zeit funktioniert das wirklich gut. Nur an der Effektivität muss ich noch feilen 😉

    Ich versuche genau wie du den Morgen ohne Geräte zu beginnen und habe nun ganz bewusste Auszeiten, die ich dem Klavierspielen, Lesen und Nähen widme – abgesehen vom Sport 😉

    Wenns warm ist und ich vor den Computer muss, versuche ich zumindest mit Gerät zu so viel Sonne wie möglich zu kommen uns sitze vor allem in Cafés auf der Terrasse ^^

    Bin gespannt, wie es dir mit deiner Digital-Umstellung geht.
    Freue mich auf mehr.

    Liebst,
    Amina

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.