DIY Nisthilfe für Wildbienen – Simples Insektenhotel selber bauen / Anzeige

Durch den Menschen werden immer mehr Lebensräume der Wildbienen und weiteren bestäubenden Insekten zerstört. Mit der DIY Nisthilfe für Wildbienen können wir den Tieren alternativen Unterschlupf bieten. Egal ob für Balkon, Terrasse oder Garten – solch ein Insektenhotel lässt sich mit geringem Ressourcen- und Zeitaufwand ganz einfach selber bauen.

Im vorhergegangenen Artikel der Bienenschutz-Reihe habe ich euch gezeigt, welche Pflanzen Wildbienen als Nahrungsquelle bevorzugen. Neben dem Nektar benötigen Wildbienen zum Überleben einen geschützten Unterschlupf. Im Rahmen des REWE-Workshops “Umtopfen im Kopf” haben wir gemeinsam mit dem NABU einige Nisthilfen angefertigt. Davon inspiriert habe ich zu Hause weitere Nisthilfen gebastelt und den Entstehungsprozess für euch abgefilmt. Weiter unten im Artikel findet ihr das so entstandene Video-Tutorial für die DIY Nisthilfe. Vorab möchte ich euch gerne ein wenig mehr zu den unterschiedlichen Varianten von Nisthilfen erklären.

Drei unterschiedliche Arten von Nisthilfen

Bei dem Begriff “Insektenhotel” denken viele vermutlich an einen großen und aufwendig zu bestückenden Kasten, der viel Platz benötigt. Oder aber teuer zu erwerben ist. Ein Vorurteil, mit dem ich gerne aufräumen möchte. Ich war selbst ganz überrascht, wie simpel es ist Nisthilfen für Wildbienen bereitzustellen. Und jede aufgestellte Nisthilfe unterstützt die für die Bestäubung so wichtigen Bienen. Ein paar wichtige Dingen solltet ihr jedoch beachten:

Variante 1: Halme im Glas

Die simpelste und dennoch eine effektive Variante. Für diese Nisthilfe müsst ihr kein Geld ausgeben und sie lässt sich in unter 5 Minuten basteln. Bei diesem DIY könnt ihr sogar Müll wie leere Konserven oder Altglas verwerten.

DIY Nisthilfe Insektenhotel selber bauen Bienenschutz Blog subvoyage Nachhaltigkeit

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Wascht ein leeres Einmachglas aus und bedeckt den Boden mit angefeuchteter, lehmhaltiger Erde. Steckt in die feuchte Erde Papierstrohhalme und hohle Äste mit einem Durchmesser von 2-9 mm. Nun muss die Nisthilfe nur noch waagerecht und vor Witterungen geschützt angebracht werden.

Variante 2: Bienenstein

Bienensteine aus selbsttrocknendem Ton lassen sich individuell gestalten. Der Stein lässt sich verformen und mit Löchern unterschiedlichster Größe versehen. Wie schon bei Variante 1 können auch beim Bienenstein zusätzlich unterschiedliche Halme zum Einsatz kommen.

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Da der Ton nicht witterungsbeständig ist, sollte er trocken und geschützt aufgestellt werden. Der Stein darf nicht baumeln und die Gänge müssen waagerecht sein. Die Nisthilfe bedarf keiner weiteren Pflege, da die Insekten alte, verlassene Nester selbst reinigen und neu beziehen.

Variante 3: Mehrartenhaus

Das Mehrartenhaus verbindet unterschiedliche Nisthilfen: Halme, Hölzer, Steine. Es gibt rund 560 unterschiedliche Wildbienenarten. Diese sind unterschiedlich groß und haben unterschiedliche Vorzüge, was die Niststelle angeht. Ein Mehrartenhaus benötigt zwar ein wenig mehr Platz, ist aber daher die optimale Lösung.

Was gehört NICHT in ein Insektenhotel?

Im Handel werden viele verschiedene Insektenhotels zum Kauf angeboten. Leider sind diese oftmals gar nicht als Niststelle für Wildbienen und andere Insekten geeignet. Daher hier ein paar Punkte, die auf ein Insektenhotel zutreffen sollten, falls ihr euch für die fertige Variante entscheidet:

  • Lochdurchmesser von 2-9 mm
  • saubere Bohrungen und Löcher (keine Fransen oder Splitter)
  • Verwendung von Hartholz, kein Weichholz
  • Bohrungen in Stämme/Äste von der Längsseite, nicht ins Stirnholz

Ziegelnisthilfen mit Löchern über 9 mm werden von Bienen und Insekten nicht angenommen. Kiefernzapfen sind keine sinnvolle Nisthilfe. Schmetterlings- und Florfliegenüberwinterungsquartiere sind gut gemeint, aber sinnlos. Die dafür vorgesehenen Blätter in den fertigen Insektenhotels aus dem Handel werden von den Tieren nicht angenommen.

Der richtige Standort für die Nisthilfe

Für sämtliche der genannten Nisthilfen sollte ein sonniger und trockener Standort gewählt werden. Der freie Anflug sollte möglich sein. Die Gänge der Nisthilfen müssen waagerecht sein. Wird eine Nisthilfe angebunden, muss darauf geachtet werden, dass sie fest sitzt und nicht baumelt. Ich habe meine Nisthilfen direkt an der Hauswand unter einem Vorsprung platziert. So sind sie vor Wind und Regen geschützt.

Passend zum Insektenhotel: die Murmelschale als Wasserstelle

Eine Wasserstelle neben Pflanzen als Nahrungsquelle und einer Nisthilfe als Unterschlupf gewährleistet eine Rundumversorgung der Wildbienen. Für die DIY Tränke einfach eine Schale mit ein wenig Wasser füllen und in diese Murmeln und/oder kleine Steine geben. Die Steine sollten aus dem Wasser herausschauen. Sie ermöglichen den Insekten den Landeanflug und bewahren sie vor dem Ertrinken.

Habt ihr bereits Nisthilfen aufgestellt und wurden diese vielleicht sogar bereits bezogen? Ich bin schon ganz gespannt, wie unsere Nisthilfen angenommen werden und freue mich auf den Austausch zu dem Thema mit euch in den Kommentaren! Der REWE Workshop “Umtopfen im Kopf” hat mir ganz klar vor Augen geführt wie hoch zum einem der Bedarf an Hilfe für Wildbienen und bestäubende Insekten ist, und zum anderen gleichzeitig wie einfach sich diese Unterstützung umsetzen lässt.

3 Kommentare

  1. Ich finde deine Ideen super. Nur. Darf ich dir einen Tipp von meinem Nachbarn, der Imker ist, weiter geben? Verwende bitte keine Murmeln in den Wasserschalen. Diese wirken, laut Willi, wie ein Brennglas und werden extrem heiss. Besser sind, wie du auch schreibst, diese schönen Steine, die man überall auf den Äckern findet. Liebe Grüße Marion

    • Julia Recker

      Ein guter Einwand, der für mich nachvollziehbar klingt – daher vielen Dank dir! Die Variante mit den Steinen ist in meinen Augen eh schicker und nachhaltiger 🙂

  2. Eine tolle und sehr hübsche Idee, das mit dem Glas. Leider ist unser Balkon für eine Nisthilfe ungeeignet, da die Bienen keinen regengeschützten Platz hätten.
    Aber eine Wasserschale habe ich dieses Jahr zum ersten Mal aufgestellt, aufgrund der hohen Trockenheit. Es ist wirklich erstaunlich, dass selbst Wespen eher vom Wasser als von Nahrung auf unserem Tisch angelockt wurden. Es war ein reges Treiben und ich fand es faszinierend. Wir haben mehrere flache Holzstücke als Floß im Wasser schwimmen.

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