FAQ Abhalten: Windelfrei mit Babys ganz entspannt

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Schon bei unserer ersten Tochter haben wir mit 6 Monaten mit dem Abhalten / Windelfrei begonnen. Damals habe ich euch auf dem Blog ein wenig mehr über unseren Start niedergeschrieben. Bei unserer zweiten Tochter haben wir dieses Mal sogar noch ein wenig früher begonnen. Auf Instagram habe ich euch dazu einen ersten Einblick gegeben:

Abhalten / Windelfrei mit Babys 👶🏼 “«Windelfrei» ist eigentlich ein irreführender Begriff. Das englische elimination communication («Ausscheidungskommunikation») trifft’s schon eher: Babys kommunizieren von Anfang an, auch über ihre Ausscheidungen. Und die Eltern reagieren einfach darauf – wie sie es ja auch tun, wenn das Kind müde ist oder Hunger hat. Windelfrei ist also in erster Linie: hinhören, abhalten und nach Bedarf wickeln.” [artgerecht, Das andere Baby-Buch, Nicola Schmidt, Seite 196]

Beim ersten Mal haben wir mit 6 Monaten, bei zweiten Mal mit 3 Monaten mit dem Abhalten begonnen. “Windelfrei” funktioniert auch, wenn man nicht direkt nach der Geburt startet. In beiden Fällen gestaltete sich der Start gleich: morgens direkt nach dem Aufwachen wird das Baby unruhig. Kurz drauf gibt’s eine volle Windel. Mehrere Tage hintereinander geschieht genau das gleiche. Da ich wusste, was passieren wird, habe ich die beiden jeweils kurzerhand einfach über die Toilette gehalten.

Auch tasgüber halten wir nun, wann immer es passt, ab. Es hat nicht lange gedauert, bis mit dem “Sitzen” auf der Toilette, dem sicheren Anlehnen an der Schulter dabei und einem “psch”-Geräusch das Loslassen verknüpft wurde. Gerade Urin landet noch häufig in der Windel, doch es klappt immer besser. Doch wir machen uns keinen Druck.

Gerade bei Bauchweh ist das Abhalten eine wahre Wohltat. Beim Abhalten werden die Beinchen sanft in den Bauch gedrückt. Es wird eine Art “Hockhaltung” simuliert. Diese erleichtert das Entleeren des Darms enorm. Das funktioniert selbst bei Erwachsenen. Könnt ihr nachempfinden, indem ihr eure Füße mit Hilfe eines Hockers auf der Toilette sitzend erhöht.

Noch ein Tipp für den Start: wenn ihr Signale, wie eine bestimmte Art es “unruhig werdens”, nicht von Anfang an erkennt, probiert es zunächst mit fixen Zeiten. Etwa immer nach dem Aufwachen morgens oder nach einem langen Schläfchen. Das sind natürlicherweise Zeitpunkte, zu denen Babys meist ausscheiden. Mit der Zeit werdet ihr den Rhythmus eures Kindes immer besser kennenlernen.

Habt ihr noch Fragen zu dem Thema? Vielleicht selbst schon Erfahrungen gesammelt? 🙂

In der Instagram-Story habe ich euch die Möglichkeit gegeben, mir weitere Fragen zum Abhalten zu stellen. Diese habe ich gesammelt und in diesem Artikel die Antworten zusammengetragen. So könnt ihr euch diese besser abspeichern. Ich hoffe, sie stellen eine Unterstützung für euch da. Los geht’s!

Ich stelle mir das sehr anstrengend vor. Es ist ja so schon alles sehr anstrengend in der Anfangszeit mit Baby. Wie sind da die Erfahrungen?

Weder das Prinzip “ganz oder gar nicht” noch “einmal angefangen gibt es kein zurück mehr” gelten beim Abhalten. Wenn einmal am Tag der Stuhlgang abgehalten werden kann und dies eine Erleichterung für Kind und Eltern darstellt, ist das doch schon super. “Teilzeit windelfrei” funktioniert ebenso. Sprich in diversen Fällen (unterwegs, nachts, wenn’s nicht schnell genug geht) wird neben dem Abhalten auf die Windel zurückgegriffen. Im Grunde habt ihr also nichts zu verlieren. Einfach einmal ausprobieren und wenn Windelfrei für euch und euer Kind nicht das passende ist, dann ist das vollkommen in Ordnung.

Wie lange hat die “Windelfrei-Eingewöhnung” gedauert?

Es hat nicht lange gedauert, bis mit dem “Sitzen” auf der Toilette, dem sicheren Anlehnen an der Schulter dabei und einem “psch”-Geräusch das Loslassen verknüpft wurde. Schon nach etwa 3 Tagen hat unsere Tochter in 99% der Fällen mindestens Wasser gelassen, sobald ich sie abgehalten habe.

Wie lange sollte ich mein Baby über die Toilette halten, wenn nichts kommt?

Ich warte etwa 1-2 Minuten. Meist geht’s ganz fix. Und ansonsten bebesteht in der Regel in dem Augenblick tatsächlich kein Bedarf. Würde das Baby unruhig werden oder gar weinen, würde ich das Abhalten sofort abbrechen. Das Kind soll sich stets wohl und sicher beim Abhalten fühlen und keine negativen Gefühle damit verknüpfen.

Wie zuverlässig gibt das Baby tatsächlich die Signale?

Das variiert ganz individuell von Kind zu Kind. Bei einigen Kindern sind die Signale selbst für Ausstehende mehr als deutlich, bei anderen auch für die Eltern nur schwer zu erkennen. Zudem unterscheiden sich die Signale. Einige beginnen auf eine bestimmte Art zu “zappeln”, einige mache bestimmte Laute und andere pupsen vorab. Zudem kann es Phasen geben, in denen das Kind sehr deutlich Signale sendet, und dann wieder Phasen, in denen das gleiche Kind das Ausscheidungsbedürfnis nicht klar kommuniziert. Wenn man das Kind mit den Hintergedanken des Abhaltens aufmerksam beobachtet, wird man mit der Zeit meist Signale ausmachen können. Alternativ kann zunächst mit fixen Zeiten begonnen werden. Etwa immer nach dem Aufwachen morgens oder nach einem langen Schläfchen. Das sind natürlicherweise Zeitpunkte, zu denen Babys meist ausscheiden.

Kann man mit einem halben Jahr starten, oder hat man dann den Zeitpunkt verpasst?

Kann man! Bei unserer ersten Tochter haben wir mit 6 Monaten begonnen, bei unserer Zeiten nun mit 3 Monaten. Es muss also nicht von Tag 1 nach der Geburt abgehalten werden, damit es “funktioniert”. Ich würde behaupten, es ist nie zu spät dafür. Einen Versuch ist es definitiv Wert – es gibt schließlich nichts zu verlieren.

Habt ihr spezielle Kleidung?

Nein, unsere Kinder tragen ganz normale Kleidung. Für uns funktioniert das so gut. Tatsächlich gibt es aber spezielle Kleidung zum Abhalten – etwa mit Öffnung im Schritt. Gewiss sind solche Kleidungsstücke für einige Familien eine Erleichterung, definitiv aber kein Muss.

Kannst du ein gutes Buch dazu empfehlen?

Ich habe kein Buch ausschließlich über das Abhalten im Bücherregal, aber in dem Buch “artgerecht – Das andere Baby-Buch” von Nicola Schmidt gibt es ein ganzes Kapitel zum Thema “Artgerecht sauber”. Dort wird unter anderem auch das Abhalten informativ aufgegriffen. Das Buch kann ich grundsätzlich sehr empfehlen!

Hast du Tipps, wenn der Stuhlgang noch keinen Rhythmus hat?

In diesem Fall würde ich zunächst mit fixen Zeiten beginnen. Nach dem Aufwachen morgens, nach einem langen Schläfchen, nach dem Tragen, nach einer Mahlzeit und vor/nach einem Spaziergang. Das sind Zeitpunkte, zu denen viele Babys natürlicherweise ausscheiden.

Unser Kleiner macht oft während des Stillens. Auch wenn ich ihn vorher abhalte. Tipps?

Das machen tatsächlich viele Babys und ist vollkommen normal. Mit Hilfe eines kleinen Töpfchens/Schüssel kann auch während des Stillens abgehalten werden. Einfach vor dem Anlegen bequem unter dem Babypopo positionieren.

In welcher Position hältst du genau über der Toilette ab?

Ich greife das Baby mit den Händen unter den Achsel und lehne es an meinen Oberkörper an. Es blickt mich an und sitzt mit den Oberschenkeln auf dem Toilettensitz. Ich hocke entsprechend davor auf dem Boden. Da müsst ihr aber ein wenig schauen, was für euch und euer Baby am bequemsten ist. So kann das Kind auch mit dem Rücken an den eigenen Oberkörper gelehnt werden und mit den Händen werden in dem Fall die Beinchen hoch gehalten.

Kann man auch über einem Töpfchen abhalten, wenn die Toilette weit entfernt vom Wickeltisch ist?

Auf jeden Fall! Töpfchen, Eimer, Schüssel, Waschbecken, Badewanne – nehmt einfach das, was für euch am besten funktioniert.

Wie handhabt ihr das unterwegs?

Da wir nur “Teilzeit Windelfrei” praktizieren, halten wir unterwegs oftmals nicht ab. Wenn es sich anbietet nutzen wir aber auch unterwegs einfach die vorhandene Toilette oder das Gebüsch.

Wie kann man das in der Kita weitermachen?

Das hängt ein wenig davon ab, wie deutlich das Kind kommuniziert und wie sich die Kapazitäten in der Betreuungseinrichtung gestalten. Einfach offen mit den Erzieher*innen über das Thema sprechen. Oftmals findet sich eine Lösung. Ansonsten können die Kinder da tatsächlich auch unterscheiden und “Teilzeit Windelfrei” ist möglich. Sprich in der Kita nicht abhalten, zu Hause aber schon.

Klappt das auch nachts? Oder wie macht ihr es da?

Ich kenne einige Familien, die auch nachts abhalten. Grundsätzlich ist das also möglich, ja. Wir verwenden nachts aber tatsächlich eine Wegwerfwindel. Weil das in dem Fall für uns alle der gängigste Weg ist. Das Abhalten sollte niemals stressig werden. Guter Schlaf ist da auf jeden Fall wichtiger.

Unser Baby (6 Wochen) schreit immer total, wenn wir es abhalten wollen. Mag es das nicht?

Das klingt so, als würde ihm daran etwas nicht gefallen, ja. Vielleicht einmal mit einem anderen Ort probieren? Einen anderen Gefäß? Ist der Toilettensitz dem Baby beispielsweise vielleicht zu kalt? Eine andere Haltung testen? Bei der sich das Baby sicher und geborgen gehalten fühlt? Ansonsten gilt: nicht stressen lassen! Wenn das Abhalten für euch nicht der richtige Weg ist, ist das vollkommen in Ordnung.

Habt ihr noch weitere Fragen?

Ich hoffe, mit diesem Artikel konnte ich nun einige offene Fragen klären. Lasst es mich doch in den Kommentaren gerne wissen, sollten weitere Fragen bestehen! 🙂

Kategorie Mama + Baby

Ich bin Julia. Den Blog subvoyage habe ich im August 2015 gegründet und erzähle seitdem hier von meiner Reise zu einem nachhaltigeren Lifestyle. Im Oktober 2017 bin ich Mutter geworden – ein großes Abenteuer.

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