Der Hambacher Forst, das Politikversagen und die Kohle

Ein Gastbeitrag von Yannick Zohren (Julias Ehemann)

Schon lange hat Julia gefragt, ob ich nicht einen Gastartikel auf dem Blog schreiben möchte. Ich habe das nie abgelehnt, aber dennoch vor mir hergeschoben. Jetzt ist es soweit. Die Ereignisse rund um den Hambacher Forst der letzten Jahre, aber insbesondere der letzten Wochen und Tage, haben mich nun hierher gebracht – an den Schreibtisch. Denn ich fühle mich an vielen Tagen ohnmächtig. Das ist also auch ein Versuch gegen die Ohnmacht anzuschreiben.

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Warum fühle ich mich ohnmächtig?

Der Klimawandel ist in aller Munde und die Politik gibt sich engagiert den Temperaturanstieg abzudämpfen. Das sind aber in meinen Augen nur Lippenbekenntnisse und leere Versprechen, wenn man bedenkt was seit über 60 Jahren vor unsere Haustür stattfindet. Ganz konkret meine ich das rheinische Kohlerevier.

Mit meinem Rennrad bin ich in den letzten Jahren viele Stunden durch ebenjene Gegend gefahren und bin Zeuge der Eingriffe und Zerstörung geworden. Dabei sind mir immer wieder zwei Fragen durch den Kopf gegangen. Ist es das wirklich wert? Und warum lassen wir das zu?

Zweifellos hat die Kohle historisch gesehen geholfen Deutschlands Wohlstand aufzubauen. Lange Jahre hat man die Kohle besten Gewissens gefördert und verbrannt. Aber das ist meiner Meinung nach nicht mehr möglich ohne alles aufs Spiel zu setzen. Denn hier wird nicht nur die Umwelt verheizt, sondern auch unsere Zukunft – was letztendlich doch ein und dasselbe ist.

Die Probleme und Folgen, die der Kohleabbau mit sich bringt, sind enorm. Und dabei rede ich nur von den absehbaren Folgen. Beispielsweise soziale Zumutungen während den Umsiedlungen, massive Eingriffe in die Landschaft und die Natur, Verlust von Biotopen und Biodiversität, Feinstaubbelastung und insbesondere die Treibhausgasemissionen. Die Liste könnte man beliebig noch verlängern.

Die gesamte Infrastruktur, die RWE hier in die Landschaft gesetzt hat, ist die manifestierte Umweltzerstörung. Einerseits direkt durch die Tagebauten, Abraumhalden und Logistik und auf der anderen Seite indirekt durch den Ausstoß von Treibhausgasen. Eins der letzten Kapitel ist die erneute Verlegung einer Autobahn bei Mönchengladbach. Hier wurde eine Autobahn abermals um mehrere Kilometer verlegt um Platz für den Tagebau Garzweiler zu schaffen. Das bedeutet für alle Pendler auf dieser Strecke täglich auf der Hin- und Rückfahrt mehrere Kilometer Umweg. Also weniger Freizeit bei höheren Spritkosten. Und das alles für Kohle, die bekanntlich der dreckigste Energieträger überhaupt ist? Und bei all diesen Zumutungen habe ich keinerlei Kritik vernommen. Business as usual.

Der Hambacher Forst

Das neuste Kapitel ist der Hambacher Forst. Eigentlich ist das Thema nicht neu, denn der Hambacher Forst verschwindet schon seit Jahrzehnten. 90 % der ursprünglichen Fläche sind bereits der Braunkohle zum Opfer gefallen. Der kleine Rest, der von diesem Wald geblieben ist, wird seit sechs Jahren von mutigen Menschen besetzt um Rodungen zu verhindern. Jetzt scheint seine letzte Stunde geschlagen zu haben. Ab Oktober beginnt die Rodungssaison und in diesem Jahr scheint es als wolle die Landesregierung von NRW ein Exempel statuieren. Ohne Rücksicht auf den sozialen Frieden sollen Tatsachen geschaffen werden, die sich nicht mehr rückgängig machen lassen. Die Regierung hilft RWE dabei Profite auf dem Rücken der Umwelt zu erwirtschaften und vermeidet es auch nur ein bisschen Verantwortung zu übernehmen.

Um den Wald jetzt endgültig abzuholen sind juristische Winkelzüge ergriffen worden. Die dort in den Bäumen lebenden Aktivisten sollen aus Brandschutzgründen den Wald räumen und weil beispielsweise Geländer an den Baumhäusern fehlen. Im trockenen Sommer gab es diese Sorge vor einem Waldbrand scheinbar noch nicht. Jetzt, kurz vor der Rodungssaison, soll es auf einmal schnell gehen. Mit etwas Sarkasmus könnte man sagen: noch nie hat sich die Politik so stark „für“ einen Wald eingesetzt.

Es gehe auch um die Gesundheit der im Wald lebenden Menschen. Ironischerweise hat man ihnen einerseits vor etwa zwei Wochen die Feuerlöscher abgenommen. Und anderseits lassen mich einige Videoaufnahmen von der Räumung mit dem Gefühl zurück, dass die Räumung immer wieder mit Gewalt durchgesetzt wird, also auf Kosten der Gesundheit der Aktivisten.

Rund um die Fußball Bundesliga kommt immer wieder das Thema auf, dass die Vereine die Kosten der Polizeieinsätze während der Spiele selber zahlen müssen. Ist schon einmal jemand auf die Idee gekommen das von RWE zu fordern? Rund um den Hambacher Forst sind derzeit über 4000 Polizisten im Einsatz. Alles zu Lasten der Steuerzahler und auf dem Rücken der Polizei. Sogar in 30km Entfernung, bei uns um die Ecke sind Mannschaftswagen der Polizei abgestellt.

Achtung es folgt Politik

Die Landesregierung drückt an dieser Stelle ohne Rücksicht auf Verluste alles durch. In die gleiche Richtung geht auch die Anordnung an die kommunale Baubehörde der Stadt Frechen, die Baumhäuser zu räumen. Eine geschickte Problemverschiebung der Politik. Frei nach dem Sprichwort: aus den Augen aus dem Sinn.

Bevor man allerdings den schwarzen Peter nur der jetzigen Landesregierung zuschiebt, möchte ich hier nicht unerwähnt lassen, dass es die letzte Landesregierung war, die den Betrieb des Tagebaus Hambach für weitere Jahre genehmigt hat. Und Teil dieser Regierung war keine geringe Partei als die Grünen. Der jetzige Widerstand der Partei gegen die Abholzung wirkt vor diesem Hintergrund scheinheilig und unglaubwürdig. Eine Aussage zu diesem Thema lautete in etwa so: „der Klimawandel ist jetzt noch stärker vorangeschritten, als zur Zeit der damaligen Entscheidung abzusehen war.“ Dass dieser Satz aus voller Überzeugung gesagt wurde, kann ich beim besten Willen nicht glauben.

Und während all das hier im Westen Deutschlands passiert, tagt in Berlin die sogenannte Kohlekommission, um Vorschläge für den Kohleausstieg zu erarbeiten. Der vollständige Name lautet Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung. Geht es hier auch um die Umwelt oder nur um Kohle – also die auf dem Konto? In der Kohlekommission sitzen unter anderem auch Umweltverbände, die mit Gesprächsabbruch gedroht haben, wenn der Hambacher Forst vor dem Ende der Gespräche im Dezember gerodet wird. RWE hat das Recht auf seiner Seite, was die Rodungen angeht – auch dank der Grünen in NRW. Aber nur weil man das Recht hat, heißt es nicht dass man auch das Richtige tut.

Aus all diesen Eindrücken und Vorgängen ist die oben erwähnte Ohnmacht in mir gewachsen. Was kann ich als kleines Rad im Getriebe schon erreichen? Wird die nächste Wahl etwas ändern? Ist es dann schon zu spät? Ich fühle mich hilflos. Am Samstagabend (15.9.2018) vor unserem ersten sogenannten Waldspaziergang war meine Laune im Keller. Ich war nicht sicher was mich am nächsten Tag erwarten würde. Eine Polizeiblockade, überfüllte Züge, ein Familienfest oder Demonstranten, die fest entschlossen sind in den Wald zu kommen. Es war ein bisschen von allem.

Der Waldspaziergang – ein Protestmarsch

Unsere Bahn war total überfüllt. An unserer Station, die vierte nach dem Kölner Hauptbahnhof, dachte ich schon es schafft kein Mensch mehr in diesen Zug zu steigen. Irgendwie sind wir dann doch noch hereingekommen und nach uns noch fünf Menschen an den nächsten Stationen. Sitzplätze gab es keine, denn auf allen Sitzen standen zwei oder drei Menschen um möglichst viel Platz zu schaffen. Mein Eindruck im Zug war, dass alle Leute gespannt waren was sie heute erwarten würde. An der Haltestelle angekommen dauerte es bestimmt zwei Minuten oder mehr bis alle Leute die Bahn verlassen hatte. Ein Strom von Menschen, der nicht abreißen wollte. Ich war einfach überwältigt und das nicht zum letzten Mal an diesem Tage. Wir verließen den kleinen Bahnhof und gingen einige Meter bis zu einem Parkplatz. Auf diesem Platz hatte sich schon eine riesige Menschenmasse angesammelt. Auf einer Mauer stand ein Mann mit einer einfachen Trommel und schlug diese kräftig. Mir wurde klar, ich bin nicht alleine mit meinen Sorgen. Es sind sogar verdammt viele, die sonntags nicht einfach zuhause geblieben sind und lange gefrühstückt haben. Ich war wie euphorisiert und von meinen Gefühlen überwältigt. Ich war sogar so gerührt, dass mir Tränen in die Augen geschossen sind.

Nach etwa einer Stunde Wartezeit, es kamen nämlich immer mehr Leute an, setzte sich der Demonstrationszug in Bewegung. Mit dabei waren Menschen in alle Größen, Formen und Farben. Die Veranstalter sprechen von 5000 bis 7000 Menschen, die vor Ort waren. Es wurde live Musik gespielt, Kinder rannten umher und Fahnen wurden geschwenkt. Und immer wieder laute Rufe: „Hambi bleibt!“ Nachdem wir einen kleinen Wall erklommen hatten, passierte es erneut. Ich war sprachlos. In etwa einem Kilometer Entfernung sah man die Spitze der Menschenmasse auf einer Brücke stehen. Dort hatte die Polizei die Demonstration aufgehalten. Was dort geredet wurde und die Gründe für den Stopp konnte ich natürlich nicht nachvollziehen. Aber irgendwann ging es weiter. Über ein Feld gelangten wir in die Nähe des Waldes. Die Polizei hatte beschlossen, die friedliche Demonstration nicht weiterzulassen. An dieser Stelle gab es dann eine Kundgebung.

Leider mussten wir noch während dieser Kundgebung die Heimreise antreten, da Amelie bisher keinen Schlaf gefunden hatte und wir nicht mehr viel zu essen und zu trinken mithatten. Ähnlich geht es wohl auch vielen Aktivisten, die momentan im Wald sind. Wie bei einer Belagerung im Mittelalter wird jegliche Versorgung von der Polizei abgeschnitten. Ob hier an die Gesundheit der Menschen im Wald auch gedacht wird, die ja als Grund für die Räumung herhalten muss, halte ich für unwahrscheinlich. Im Anschluss an die erwähnte Kundgebung haben dann einige Demonstranten versucht gewaltfrei in den Wald zu kommen. Einerseits um Barrikaden aufzubauen, anderseits aber auch um die Menschen im Wald mit dem nötigsten zu versorgen. Dies ist wohl auch einigen von ihnen gelungen.

Wenn ihr weitere Eindrücke von Sonntag bekommen möchtet, schaut auf Julias Instagram Kanal vorbei. Sie hat die Story vom Sonntag in den Highlights unter “Hambi” gespeichert.

Was kommt jetzt?

Während ich diese Zeilen schreibe, geht die Räumung des Hambacher Forst weiter. Ob der Hambach Forst erhalten bleibt, wage ich momentan zu bezweifeln. Aber der Hambacher Forst ist vor allem ein Symbol für den Erhalt von Natur und gegen die Umweltzerstörung auf allen Ebenen durch die Kohle. Auch wenn der „Hambi“ nicht bleibt, lohnt es sich weiter gegen die Kohle zu kämpfen.

Fünf Tipps für euer persönliches Engagement

Vielleicht hat sich diese Ohnmacht auch in mir angesammelt, weil ich so lange gewartet habe bevor ich gemeinsam mit Julia aktiv geworden bin. Eine klare Meinung zum Klimawandel, Kohleabbau und Naturschutz habe ich mir schon lange gebildet. Aber außer, dass ich diesen Standpunkt in Diskussionen vertreten habe, ist eigentlich wenig passiert. Und damit es euch nicht ähnlich ergeht wie mir, möchte ich fünf Tipps mit euch teilen wie ihr euch engagieren könnt.

1.  Zu einer Demonstration gehen

Der Schalter wurde umgelegt, als ich mit Julia und Amelie in Köln Ehrenfeld in einem Restaurant essen war. Auf dem Weg dorthin sind wir einem Demonstrationszug für den Hambacher Forst begegnet. Ich spürte sofort den Drang dort mitzugehen. Aber da wir eine Reservierung im Restaurant hatten, ließen wir die Demo passieren. Heute würde ich mich unverzüglich anschließen! Vor zwei Wochen waren wir dann auf einer ersten Demo gegen die Kohleverstromung in der Kölner Innenstadt. Und am vergangen Sonntag dann in unmittelbarer Nähe zum Hambacher Wald. Und eines ist sicher: wir werden wiederkommen! Das Gefühl nicht alleine zu sein und vielleicht etwas bewegen zu können war großartig. Und auch wenn ihr nicht in der Nähe von Köln wohnt, gibt es bundesweit in vielen Städten Demonstration für das Klima und den Hambacher Wald.

Hier sind die mir bekannten nächsten Termine in der Nähe von Köln:

Tag Zeit Wo Was
23.9. 11:30 Hambacher Wald (Buir) Waldspaziergang
29.9. 15:30 Alter Markt (Köln) Wir tragen das Klima zu Grabe (alle in schwarz, organisiert von der Greenpeace Jugend)
30.9. 11:30 Hambacher Wald (Buir) Waldspaziergang
06.10. 12:00 Hambacher Wald (Buir) Großdemo (Ursprünglich war dieser Termin für den 14. Oktober angesetzt. Der Termin wurde jetzt vorverlegt, bevor vom Wald nichts mehr übrig ist. Vielleicht wird diese Demo mit eurer Hilfe ja noch etwas größer!)
14.10. 11:30 Hambacher Wald (Buir) Waldspaziergang

Termine für Veranstaltungen in weiteren Städten wie Berlin, Hamburg oder Münster findet ihr im Artikel “5 Dinge, die du jetzt tun kannst, wenn dir der Hambacher Forst wirklich wichtig ist” auf Not Another Woman Magazine.

2. Stromanbieter wechseln

Wenn ihr es nicht schon längst getan habt: wechselt den Stromanbieter! Denn wer das Geld für euren Strom abrechnet entscheidet darüber, wer dieses Geld investieren kann. Bei RWE und Co. wird dieses Geld wohl vor allem in konventionelle Energieträger investiert. Mit einem Ökostrom-Tarif sendet ihr ein Signal für den Ausbau von erneuerbaren Energien. Warum ein Ökostrom-Tarif nicht gleich zu 100% Ökostrom bedeutet, könnt ihr im Artikel “Die Perspektive wechseln: Warum Ökostrom nicht gleich Ökostrom ist” auf subvoyage nachlesen. Ihr möchtet euren Vertrag mit REW kündigen? Mit einer simplen Kündigungsvorlage geht das in wenigen Minuten.

3. Bank wechseln – Divestment

Auch die Entscheidung darüber wo ihr euer Girokonto führen lasst, eure Ersparnisse liegen oder vielleicht sogar an einem Unternehmen Anteile über Aktien haltet beeinflusst das Klima. Ähnlich wie beim Strom gilt, wem Geld zur Verfügung gestellt wird kann dieses investieren. Oft kümmert man sich überhaupt nicht darum, wohin dieses Geld dann fließt. Mit großer Wahrscheinlichkeit haben die meisten Banken in der einen oder anderen Weise Investitionen in Unternehmen getätigt, denen ihr niemals selber euer Geld anvertrauen wollen würdet. Eine Alternative können ethisch, ökologische Banken liefern. Bei denen ihr gefragt werdet in welchen Bereich euer Geld investiert werden soll. Um weitere Informationen zum Thema Divestment zu erhalten, könnt ihr den entsprechenden Wikipedia-Artikel durchlesen.

4. Petitionen unterschreiben

Ganz bequem vom Schreibtisch aus könnt ihr euch an verschiedenen Petitionen beteiligen. Ich habe hier einmal die Links zu den drei größten Listen gesammelt, die mir zu dem Thema bekannt sind:

  1. Campact Petition “Wald retten & Klimaziele realisieren”
  2. Campact Petition “Kohle aus: Hambach Appell”
  3. Greenpeace Petition “Retten statt roden”

5. Briefe schreiben

Ebenfalls von zuhause aus könnt ihr euer Anliegen in Briefen an die gewählten Politik auf allen Ebenen schreiben. Egal ob kommunal, auf Landesebene oder den Abgeordneten im Bundestag, schreibt den Vertreten aus eurem Wahlkreis und fragt was sie gegen die globale Erwärmung und Umweltzerstörtung unternehmen. Vielleicht sitzt ja zufällig ein von euch gewählter Politiker sogar in einem Ausschuss zum Thema. Direkter kann man einem Politiker wohl nicht sagen was er in euren Augen tun soll. Ob es hilft, lässt sich nicht voraussehen, aber oft bewirken solche Briefe mehr als man denkt. Eine interessante Frage, die ihr in euren Brief aufnehmen könnt, wäre zum Beispiel welche Maßnahmen ergriffen werden sollen, um die verbindlichen Ziele des Pariser Klimaabkommens einzuhalten. Damit ihr nicht lange suchen müsst habe ich hier für euch schon einige Adressen gesammelt:

An die Umweltministerin des Landes NRW:
Ursula Heinen-Esser
Schwannstraße 3
40476 Düsseldorf

An den NRW Ministerpräsidenten:
Land Nordrhein-Westfalen Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen
z. Hd.: Armin Laschet
Horionplatz 1 40213 Düsseldorf

An den Bundeswirtschaftsminister:
Deutscher Bundestag
z. Hd. Peter Altmaier
Platz der Republik 1
11011 Berlin

An die Bundesumweltministerin:
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
z. Hd. Svenja Schulze
11055 Berlin

Linksammlung für weitere Fakten und Eindrücke

Für alle, die sich gerne weiter informieren möchten oder einen Eindruck gewinnen wollen hier noch ein paar Links:

Und zu guter Letzt möchte ich noch den Spendenaufruf für Kurt Claßen erwähnen. Herr Claßen hat vor einigen Jahren eine einfache Wiese am Waldrand gekauft, die er RWE nun nicht verkaufen möchte um den Wald und das Klima zu retten. Er wird als Privatperson mit Gerichtsverfahren überhäuft und es droht ihm eine Enteignung.

Was ich in den letzten Tagen gelernt habe

In den letzten Tagen kreisen meine Gedanken ständig um den Hambacher Forst. Ich mache mir Sorgen um den Wald. So ernüchternd es auch ist: aber ich glaube das Schicksal des Hambacher Forst ist besiegelt. Im Endeffekt ist der Hambacher Forst ein Symbol für den Umgang mit unserer Umwelt. Auch wenn der Wald vollständig abgeholzt werden sollte, lohnt es sich weiter für die Umwelt und das Klima zu kämpfen. Ich habe es versäumt mich früher zu engagieren. Und deshalb rate ich euch: wenn euch etwas bewegt, packt es an, setzt euch dafür ein. Denn wenn ihr darauf wartet, dass es jemand für euch übernimmt, ist es vielleicht irgendwann zu spät.

5 Kommentare

  1. Ja, kann ich voll unterstreichen! Gibt es nun Neues von Kurt Claßen!
    Ich versuche Irene Gipp in Morschenich zu unterstützen. Da gibt es eine Petition: #irenebleibt

    Morgen ist die Fahrraddemo ab 9 Rudolfplatz

    Vielleicht sehn wir uns gleich auf dem Breslauer …

    Lieben Gruß, Jan Henin

  2. Heinz Zohren

    Hallo.
    Guter Kommentar und gute Übersicht zum Thema. Möchte einen Aspekt ergänzen. Ähnlich wie bei der Steinkohle (Ewigkeitskosten) und bei Atomkraft ( Endlagerung) hinterlegen die Betreiber einen Geldbetrag zur Deckung der Kosten, die aber nie reichen und dann bezahlen die Steuerzahler der Aktionären zum zweiten mal die Divenden.

    • Yannick Zohren

      Hallo Heinz,
      danke für die Ergänzung. Und genau diese Dinge meinte ich auch bei der nicht vollständigen Liste der Folgen. Dass zum Beispiel Strom aus Kohle auch so günstig ist weil die Folgekosten nicht eingepreist sind bleibt zu häufig unerwähnt. Die Ewigkeitskosten kann wahrscheinlich niemand überhaupt verlässlich beziffern. Daher denke ich kann man den Kohleabbau auch als Wette mit extrem hohem Risiko ansehen.

  3. Ohnmacht trifft es sehr gut. Man fühlt ich irgendwie nicht „genug“ um etwas auszurichten! Aber ich habe auch gerade in den letzten Monate bemerkt wie viele Menschen sich Gedanken machen, auf die Straße und in den Wald gehen.
    Einfach das ablehnen und kritisieren was passiert! Hilflosigkeit des Eibzellnen ist in einer Gruppe oft der Anstoß für etwas Großes!
    Heute Abend um 19:00 Uhr in Aachen auf dem merkt ist auch nochmal eine Demo!
    Danke für den tollen Artikel!
    Hambi bleibt!!

    Katrin

    • Yannick Zohren

      Hallo Katrin,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Vielleicht ist das Schicksal welches dem Hambacher Forst droht ja für viele Menschen ein Weckruf und es entsteht eine neue Bewegung, mit neuem Schwung. Eben etwas Großes wie du schon sagst.
      Ich habe eben bewegte Bilder von der Demo aus Aachen gesehen. Wie die 2000 Menschen hinter dem Theater Hambi bleibt skandiert haben hat mich beeindruckt. Unter der Woche so viele Menschen in einer vergleichsweise kleinen Stadt – dazu noch meine Heimatstadt – stimmen mich positiv.

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