Lastenrad: Unterwegs mit 2 Kindern in der Kleinstadt

Lastenrad Babboe City Mountain 2 Kindern Kleinstadt Blog subvoyage Julia Zohren

Werbung | Mit 15 Jahren bekam ich in der Kleinstadt lebend meinen ersten eigenen Roller. Um mobil und unabhängig zu sein. Zum 18. Geburtstag wurde dieser gegen ein Auto eingetauscht. Etwa 3 Jahre später habe ich das wiederum verkauft. Der Umzug nach Köln stand damals an. Seitdem lebe ich autofrei. In der Großstadt gewiss nichts außergewöhnliches. Dort ist ein Auto oftmals eher eine Belastung als eine Bereicherung. Doch mittlerweile lebe ich wieder in meiner Heimatstadt mit Mann und zwei kleinen Kindern. Unser “Dorf” hat 1900 Einwohner. Und auch hier leben wir autofrei. Dank Lastenrad sind wir als Familie dennoch mobil.

Als unsere erste Tochter etwa 4 Monate alt war (Ende Februar 2018) ist das Babboe City E bei uns eingezogen. Nach einigen Monaten Testen habe ich ein ausführliches Video abgedreht, in dem ich das Lastenrad vorstelle. Seitdem hat sich wieder einiges getan: wir fahren nun das Babboe City Mountain, wir sind mit Kleinkind und Baby gleichzeitig im Rad unterwegs und wir leben in einer hügeligen Kleinstadt statt in der flachen Großstadt Köln. Es gibt also einiges zu berichten. Beginnen wir mit einigen technischen Details im Überblick.

Technische Details Lastenrad: Das Babboe City Mountain

  • Yahama Mittelmotor
  • Stufenlose Gangschaltung (Nuvinci 330)
  • für bis zu 4 Kinder
  • Maxi-Cosi-Halterung montierbar
  • extrem wendig
  • Lenkbewegung wie bei einem normalen Fahrrad
  • Licht am Lenker bedienbar
  • Belastung Transportbox 80 kg
  • Rahmengröße 50
  • Scheibenbremsen
  • Akku unter der Sitzbank
  • Reichweite etwa 40-60 km
  • 4-6 h Akkuladezeit (komplett leer bis komplett voll)
  • Elektrische Schiebehilfe
Lastenrad Babboe City Mountain 2 Kindern Kleinstadt Blog subvoyage Julia Zohren
Lastenrad Babboe City Mountain 2 Kindern Kleinstadt Blog subvoyage Julia Zohren

Unterschiede Babboe City E und Babboe City Mountain

Wir haben von Babboe die Möglichkeit erhalten, das City E gegen ein City Mountain einzutauschen. Was uns nun mit dem Umzug in die hügelige Landschaft sehr entgegen kommt. Denn der wohl größte Unterschied: der Motor ist deutlich leistungsstärker.

Er ist nicht nur stärker, auch das Fahrverhalten damit ist anders. Beim City E muss lediglich die Kurbel gedreht werden und schon werden ohne Anstrengung 25 km/h Fahrgeschwindigkeit erreicht. Das hat Vor- und Nachteile. Oft hat man so nämlich auch zu viel Schwung. Der Yamaha Mittelmotor des Babboe City Mountains hingegen reagiert exakt auf die Trittintensität und unterstützt entsprechend. Trete ich schnell und kräftig in die Pedale, unterstützt der Motor ebenso kräftig. Radle ich gemächlich, erhalte ich auch nur eine leichte Unterstützung. An diese Umstellung musste ich mich zunächst eine Zeit lang gewöhnen. Doch mittlerweile weiß ich sie sehr zu schätzen.

Babboe City EBabboe City Mountain
Tretunterstützung setzt zeitversetzt einTretunterstützung setzt sofort ein
Akku unter dem GepäckträgerAkku unter der Sitzbank
kein Griff am SattelGriff am Sattel zum Anheben
Licht wird an der Lampe eingeschaltetLicht wird am Lenker eingeschaltet
7-Gang KettenschaltungStufenlose Gangschaltung
36V 250W MotorLeistungsstarker Yamaha Mittelmotor
KettenantriebRiemenantrieb

Neben diesem großen Unterschied gibt es noch einige weitere vermeintlich kleinere Unterschiede. Doch in der Summe gestalten sie uns den Alltag mit dem Lastenrad nochmals deutlich angenehmer als er bereits mit unserem Vorgängermodell war. So können wir etwa das Licht nun ganz bequem während der Fahrt am Lenker mit einem Knopf anschalten. Zuvor mussten wir dafür anhalten, das Rad aufbocken, nach vorne laufen und das Licht an der Lampe selbst einschalten. Oder der neu dazugewonnene Griff unterhalb des Sattels. Mit diesem kann man das Rad ganz bequem leicht anheben und etwa beim Abstellen in die richtige Position bringen.

Der Alltag mit 2 Kindern im Lastenrad

Sowohl im Babboe City E als auch im Babboe City Mountain können trotz des schlanken Designs bis zu 4 Kinder transportiert werden. Dazu muss allerdings eine zweite Bank als Zubehör gekauft werden. Standardmäßig kommen beide Räder mit einer Sitzbank daher. Wir haben uns schon für unsere erste Tochter die Maxi-Cosi-Halterung angeschafft. Unsere mittlerweile knapp Dreijährige sitzt somit auf der Bank und die kleine Schwester mit ihren knapp 8 Monaten liegt vor ihr in der Autobabyschale. So können sich beide Kinder während der Fahrt anschauen und die Große bespaßt nicht selten die Kleine. Seit die Kleine etwa 3 Monate alt ist, sind wir mit beiden Kindern im Lastenrad unterwegs. Wir sind also schon früh wieder mobil geworden und bisher klappt es wunderbar mit beiden Kindern im Rad.

Durch die Autobabyschale in der Wanne haben wir aktuell nicht viel Platz für weiteres Gepäck. Alternativ bietet Babboe einen Babyschale an, mit dem auch schon die kleinsten ab 3 Monaten auf der Bank sitzen können. In unserem Keller wartet bereits der Kleinkindsitz von Babboe auf seinen Einsatz. Offiziell empfohlen wird der Einsatz ab dem 8. Lebensmonat. Bald werden wir auf diesen Wechseln und haben somit auch wieder reichlich Platz im Rad.

Lastenrad Babboe City Mountain 2 Kindern Kleinstadt Blog subvoyage Julia Zohren

Das Lastenrad auf dem Land: Großstadt vs. Kleinstadt

Die Wege sind weiter, die Landschaft hügeliger und Radwege an den meisten Stellen nicht vorhanden. Ja, der Unterschied beim Radfahren in Köln im Vergleich zum Radfahren in unserer Kleinstadt ist spürbar. In der Großstadt begegneten wir ständig anderen Familien mit Lastenrädern. Hier, “auf dem Land”, fallen wir auf. Und dennoch kommen wir im Alltag Dank der elektrischen Tretunterstützung auch mit den etlichen Anstiegen gut zurecht. Der Akku muss öfter geladen werden und für die ein oder andere Strecke benötigen wir ein wenig mehr Zeit. Doch es geht.

Benötigen wir in Ausnahmefällen doch einmal ein Auto, können es uns meist innerhalb der Familie leihen. Tatsächlich kommt das aber auch sehr selten vor. Kommerzielles Carsharing ist hier nicht verbreitet. Dafür ist die Familie nicht weit entfernt.

Kleines FAQ zum Lastenrad

Auf meinem Instagram Account teile ich immer wieder Ausschnitte aus unserem Familienalltag. So ist auch das Lastenrad hin und wieder zu sehen. Die meist gestellten Fragen meiner Follower*innen greife ich an dieser Stelle gerne nochmals auf.

Wie sichert ihr das Rad, wenn ihr es abstellt?

Das Lastenrad hat ein Rahmenschloss. Wenn wir unterwegs sind und es an einem öffentlichen Platz abstellen, schließen wir es meist nur damit ab. Je nach Situation haben wir zusätzlich noch eine dicke Metallkette und ein Bügelschloss dabei. Damit können wir es nicht nur ab- sondern auch anschließen.

In Köln hatten wir eine Garage angemietet. Dort haben wir es nachts stets untergestellt. Es stand somit sicher und vor der Witterung geschützt. Auch in unserer neuen Heimat haben wir eine Möglichkeit das Lastenrad hinter eine verschlossene Tür und überdacht im Innenhof abzustellen.

Habt ihr das Rad extra versichert?

Wir haben das Lastenrad über unsere Hausratversicherung mitversichert. Dafür haben wir einen FahrradPlus-Tarif gewählt und die Versicherungssumme entsprechend angepasst. Ingesamt haben wir fünf Räder (Mountainbike, Rennrad, Lastenrad und zwei Straßenräder). Diese haben wir alle genannt beim Abschluss der Versicherung. Mein altes Straßenrad wurde tatsächlich in Köln am Straßenrand leider bereits einmal geklaut und die Versicherung ist dafür sofort aufgekommen. Ansonsten gibt es aber auch spezielle Radversicherungen.

Tragen die Kinder einen Helm im Rad? Auch das Baby?

Der Griff der Autobabyschale dient im Falle eines Unfalls als Überrollbügel. Dieser sollte daher bei der Fahrt unbedingt stets hochgestellt werden. In der Autobabyschale haben unsere Babys keinen Helm getragen.

Ab dem Wechsel auf den Sitz tragen unsere Kinder einen Helm. Den Baby Nutty von Nutcase, den es auch bei Babboe im Shop geht. Wir Eltern tragen übrigens ebenfalls stets einen Helm. Mein Helm, der auf den Fotos zu sehen ist, ist der CLOSCA. Dieser Helm lässt sich falten.

Was macht ihr bei Regen?

Regenkleidung anziehen. Das Regenverdeck von Babboe haben wir im Grunde ständig in Gebrauch, wir bauen es so gut wie nie ab. Im Sommer spendet es schatten und auch vor starkem Wind schützt es. Die Kinder, oder die Einkäufe, bleiben Dank des Verdecks komplett trocken. Wir Eltern kleiden uns entsprechend.

Fällt die Umstellung von einem normalen Rad auf ein Lastenrad schwer?

Mir persönlich ist sie nicht schwer gefallen. Und dabei bin ich weder besonders raderfahren noch besonders sportlich. Da das Babboe City E / Mountain nur zwei Räder hat, ist das Lenkverhalten ganz ähnlich wie bei einem normalen Fahrrad. Das Lastenrad ist natürlich um einiges länger, was man beim Fahren beachten muss. Aber auch das hatte ich schnell raus.

Die ersten 3 Tage musste ich mich an das Lastenrad gewöhnen, doch seitdem fahre ich sogar lieber damit statt mit meinem normalen Straßenrad. Da die Tretunterstützung wirklich sehr angenehm ist.

Weitere Fragen & Erfahrungsberichte

Habt ihr noch weitere Fragen zu unserem Lastenrad und dem autofreien Alltag mit Kindern? Mögt ihr vielleicht eigene Erfahrungsberichte beitragen? Ich freue mich auf den Austausch in den Kommentaren!

Kategorie Anzeige, Mama + Baby
Julia Zohren

Ich bin Julia. Den Blog subvoyage habe ich im August 2015 gegründet und erzähle seitdem hier von meiner Reise zu einem nachhaltigeren Lifestyle. Im Oktober 2017 bin ich Mutter geworden – ein großes Abenteuer.

3 Kommentare

  1. Avatar

    Liebe Julia,

    Vielen Dank für deinen ausführlichen Beitrag. Schon lange liebäugeln wir damit uns ein Lastenrad zu kaufen. Komplett autofrei werden wir wohl nicht leben, da wir wohl zur Arbeit pendeln müssen und je nachdem, wo genau wir was finden, ist das nur bedingt mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich. Mal sehen. In der Kleinstadt wollen wir aber auf jeden Fall viel mit dem Rad unterwegs sein. Kannst du ungefähr einschätzen, ob so ein Rad auch etwas für sehr kleine Leute ist? Bei meiner geringen Größe habe ich davor ziemlichen Respekt bis Angst.

    Liebe Grüße

    • Julia Zohren
      Julia Zohren

      Liebe Lisa Marie,

      wie schön – das klingt doch nach einem guten Kompromiss 🙂 Zur Größe: ich bin 158 cm groß und komme prima mit dem Rad zurecht. Mein Mann ist 178 cm groß. Man kann den Sattel mit Hilfe eines Schnellspanners ganz fix in der Höhe verstellen. Ich fahre immer auf der niedrigsten Einstellung. Mein Mann passt ihn sich entsprechend an. Hoffe, dass hilft dir weiter! Melde dich gerne ansonsten mit weiteren Fragen!

      Ganz liebe Grüße,

      Julia

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