Mein Weg in die Selbstständigkeit + Wallpaper

Ich bin 25 Jahre alt, Mutter, hauptberuflich Bloggerin und Inhaberin eines Online-Shops für faire & vegane Produkte. Zu meiner Selbstständigkeit und dem Weg, den ich beruflich bisher zurückgelegt habe, bekomme ich von euch immer wieder viele Rückfragen. Das “Girl Boss”-Wallpaper, das ihr in diesem Artikel kostenlos downloaden könnt, nehme ich daher zum Anlass euch ein wenig mehr über meine persönliche Geschichte zu erzählen.

Auf Instagram habe ich unter einem Posting einige eurer Fragen zu meiner Selbstständigkeit gesammelt. Diese Fragen greife ich auf, um den Artikel und meine Geschichte ein wenig zu strukturieren.

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Hast du eine Ausbildung gemacht oder studiert?

Ich konnte mir lange Zeit vorstellen beruflich in dem Bereich Eventmanagement einzusteigen. Aber auch das künstlerische Gestalten und Schreiben waren seit meiner Kindheit persönliche Leidenschaften. Doch eine konkrete Vorstellung, was ich nach dem Abitur machen möchte, hatte ich nicht einmal nach meinem Abschlussball.

Im September 2013 habe ich ganz unverhofft den Zuschlag für eine Mietwohnung in Köln bekommen. Einen Monat später bin ich von zu Hause ausgezogen in die erste eigene Wohnung. Zwar mit vielen Ideen im Kopf, jedoch weiterhin ohne konkreten Plan. Im Dezember desselben Jahres bin ich auf den Studiengang, der optimal zu mir zu passen schien, gestoßen: Online-Redakteur an der TH Köln. Mittlerweile heißt der Bachelor-Studiengang “Online-Redaktion” und die Regelstudienzeit wurde um 1 Semester auf 7 Semester verlängert.

Der Studiengang kombiniert die Bereiche journalistisches Handwerk, multimediale Produktion, Content Marketing und Social Media, Web Design und Webtechnologien sowie medienrechtliche und medienethische Rahmenbedingungen.

Perfekt, wenn man sich noch nicht festlegen kann und möchte. Der Studiengang hat es mir ermöglicht Einblicke in verschiedene Bereiche zu erhalten und mich in diesen fortzubilden. Bereits im Vorfeld habe ich viele kleine Praktika absolviert. Durch das Praxissemester während meines Studiums konnte ich nochmals über einen längeren Zeitraum (7 Monate) hinweg praktische Berufserfahrung sammeln.

Zu Beginn meines Studiums habe ich als Studentische Hilfskraft beim WDR gearbeitet. Nach kurzer Zeit habe ich die Stelle jedoch bereits wieder gekündigt und mich als Freie Online-Redakteurin selbstständig gemacht. Für alle, die Zahlen & Fakten interessieren, liste ich gerne nochmals meinen groben Lebenslauf.

Die Eckdaten meines Lebenslaufs

Juni 2013Abitur19 Jahre
März 2014Beginn Studium “Online-Redakteur” an der TH Köln20 Jahre
August 2014Gründung von subvoyage21 Jahre
März 2015Anmeldung der Selbstständigkeit als Freie Online-Redakteurin21 Jahre
Februar 20167 Monate Praxissemester in einer Agentur22 Jahre
März 2017Studienabschluss Bachelor23 Jahre
Oktober 2017Launch meines Online-Shops für faire & vegane Produkte24 Jahre
[Oktober 2017Geburt unserer Tochter24 Jahre]
Dezember 2018Eigenes Branding für den Online-Shop YHANIUS25 Jahre
Januar 2019Niederlegen der Tätigkeit als Freie Online-Redakteurin, Fokus auf Blog & Shop25 Jahre

Wie bist du zum Bloggen gekommen?

Habe ich mir einmal etwas in den Kopf gesetzt, möchte ich es am liebsten sofort umsetzen. Manchmal bleiben nicht einmal 2 Minuten zum Abwarten und Überdenken – es muss wirklich sofort sein. Im Grunde ist aus solch einer spontanen Idee auch der Blog entstanden. Nur war er zunächst gar kein Blog. Ich wusste damals nicht einmal, was einen Blog ausmacht. Damals, das war im August 2014.

Für mein Studium musste ich im 2. Semester eine Reportage schreiben. Das Thema durften wir frei wählen. Ich entschied mich aus persönlichem Interesse dazu über das nachhaltige Reisen zu schreiben. Der nachhaltige Umdenkprozess hatte bei mir gerade erst begonnen. Zu dem Zeitpunkt standen außergewöhnlich viele Reisen an, sodass ich für meine Reportage Interviews in Wien, Barcelona und Tansania führen konnte. Laut Vorgabe durfte die Reportage nur 2 Seiten umfassen. Zu wenig Platz, um all die Erfahrungen meiner Reisen und Interviews unterzubringen.

Schließlich kam so die Idee auf, eine informative Website über nachhaltigen Tourismus online zu stellen. Zunächst wollte ich dort die Interviews veröffentlichen und mit der Zeit die Inhalte der Website um weitere Infos ergänzen. Diese Idee kam mir nachts. Ich lag mehrere Stunden wach und suchte nach einem passenden Namen. Gar nicht mal so einfach. Am Morgen stand der Name fest und kurzer Hand habe ich die Domain gekauft. Spontane Kiste, sage ich ja.

An dieser Stelle erkläre ich auch gerne wie ich auf den Namen gekommen bin. Er lässt sich in zwei Teile splitten. sub = substitution = Ersatz (für das Konventionelle) und voyage = Reise. Der Name verrät somit auch heute noch, dass ich mit dem Thema Tourismus eingestiegen bin. Kurz habe ich über eine Namensänderung nachgedacht. Doch ich spreche von dem Weg hin zu einem nachhaltigeren Alltag gerne als eine Art Reise und finde ihn daher nachwievor sehr passend.

Nach dem Veröffentlichen der Website passiert zunächst nicht all zu viel. Abgesehen von den ersten Monaten nach meinem Abitur bin ich nicht viel gereist. Es war auch nicht mein Ziel oder Wunsch besonders viel zu reisen. Somit gab es keinen neuen Content für die Website. Doch in anderen Bereichen setzte ich mich umso mehr aktiv mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinander. Im Januar 2015 habe ich einen Artikel über eine für mich damals tolle Neuentdeckung geschrieben: Die Bambuszahnbürste. Das ist nun über 4 Jahre her und war wohl der Anstoß, der aus der “Reise-Website” subvoyage langsam aber sicher einen nachhaltigen Lifestyle Blog gemacht hat.

Welche Schritte bist du gegangen bevor du dich selbstständig gemacht hast? Wo fängt man an wenn man das gleiche Ziel hat?

In die Selbstständigkeit bin ich mehr oder weniger reingerutscht. Es gab kein langes Abwägen, keine Vorbereitungen und auch keinen konkreten Plan. Weder dafür wie ich richtig beginnen möchte, noch dafür wo das ganze hinführen soll.

Mein Einzelunternehmen als Online-Redakteurin habe ich im März 2015 angemeldet. Damals neigte sich mein 2. Studiensemester dem Ende und ich arbeitete seit etwa einem halben Jahr als Werkstudentin beim WDR. In einem Uni-Seminar haben wir das Berufs-Netzwerk XING analysiert. Im Zuge dessen habe ich mein XING-Profil aktualisiert. Nur wenige Stunden später erhielt ich gleich mehrere Anfragen für das Verfassen von Webtexten als Freelancerin. Zwei der Auftraggeber saßen in Köln, sodass ich sie persönlich treffen konnte. Beide hatten Aufträge über einen längeren Zeitraum hinweg. Kurzerhand entschied ich mich mit diesen beiden Kunden in die Selbstständigkeit zu starten. Einen Werkstudenten-Job könnte ich mir immer noch wieder suchen.

Da ich nicht zunächst einen Vollzeit-Job kündigen musste, sondern nebenbei während des Studiums in die Selbstständigkeit gestartet bin, viel mir die Entscheidung relativ leicht. Jeder Weg in die Selbstständigkeit ist ganz individuell. Es gibt keinen “5-Schritte-Plan”, den man abarbeiten kann. Ihr könnt euch von anderen inspirieren lassen und Tipps holen, müsst am Ende jedoch eure eigenen Entscheidungen treffen.

Ich selbst lasse mich gerne über Instagram inspirieren, auch beruflich. Meine liebsten Instagram-Accounts, hinter denen großartige Gründer*innen stecken, findet ihr in der folgenden List:

Die gegründeten Unternehmen sind nicht alle komplett nachhaltig ausgerichtet. Bei Inspiration geht es aber schließlich nie um Kopie. Es gibt Inhalte, die ich im Hinterkopf behalte und mit auf meinen Weg nehme. Natürlich gibt es aber auch Dinge, die ich anders machen würde.

Wann und warum hast du für dich entschieden, es jetzt hauptberuflich zu machen?

Das 5. Semester meines Studiums war ein Praxissemester. Während dieser Zeit habe ich 7 Monate Vollzeit in einer Agentur in Münster gearbeitet. Die Freelancer-Tätigkeit lag so lange auf Eis, das Bloggen war überwiegend noch ein Hobby. Ich bekam das Angebot nach meinem Studium in der Agentur als Festangestellte übernommen zu werden, lehnt dies jedoch ab.

Ich arbeite gerne im Team und mit anderen Menschen. Doch ich genieße die Vorzüge der Selbstständigkeit, meine eigene Chefin zu sein, doch sehr. Langsame reifte zudem der Wunsch den Blog weiter auszubauen und damit eine Leidenschaft zu verfolgen.

Im Dezember 2018, ganz frisch, habe ich mich dazu entschieden meine Freelancer-Tätigkeit für andere Unternehmen niederzulegen und mich voll und ganz auf meine beiden eigenen Projekte zu konzentrieren: Blog und Shop. Was ich als Freelancerin gemacht habe? Ich habe Websites für Unternehmen konzipiert und umgesetzt, Social Media Kanäle befüllt, Printprodukte erstellt, Foto-Shootings realisiert und noch so einiges mehr. Heute schätze ich mich unheimlich glücklich mich beruflich täglich mit den Themen, die mich begeistern, auseinandersetzen zu dürfen. Ich lerne viele inspirierende Menschen kennen und konzipiere gemeinsam mit ihnen Projekte.

Wie hast du es geschafft dir das alles hier so aufzubauen?

Wie ihr nun bereits lesen konntet, liegt ein 4 1/2 Jahre lange Weg hinter mir. Ich habe mich fortgebildet, Erfahrungen gesammelt und viele Nachtschichten eingelegt. Das wichtigste: ich war und bin immer mit Leidenschaft dabei. Ich brenne für meine Themen, schätze den Austausch mit meiner Community. Solch eine Community baut sich nicht über Nacht auf, es ist ein langer Prozess.

Einen Geheimtipp gibt es da nicht. Beim Bloggen ist in meinen Augen hochwertiger Content mit Mehrwert und der Austausch mit der Community besonders wichtig. Auch als noch kaum jemand meine Artikel und Postings gelesen hat, habe ich viel Zeit und Aufwand in die Erstellung der Inhalte gesteckt. Ich habe stets Fragen gestellt, um meine Leser einzubeziehen. Anfangs hat so gut wie nie jemand auf die Fragen geantwortet. Doch das hat mir nichts ausgemacht. Damals wie heute ist mir nicht die Quantität, sondern vor allem die Qualität des Austauschs wichtig.

Wie bekommst du all die Arbeit mit Kleinkind unter einen Hut?

Eine klassische Elternzeit gab es bei uns nicht. Die ersten 2 Wochen nach der Geburt war ich komplett offline. Danach habe ich langsam begonnen wieder E-Mails zu beantworten und auf Instagram aktiv zu werden. Für den Blog hatte ich einige Artikel vorgeschrieben. Nach 8 Wochen habe ich erstmals wieder kleine Aufträge für Kunden umgesetzt, die ich bequem von zu Hause erledigen konnte wenn Amelie schlief.

Meine Hauptarbeitszeiten lagen parallel zu Amelies Schlafenszeiten. Als ihre Wachphasen länger wurden, haben Yannick und ich uns die gemeinsame Zeit mit Amelie teilweise aufgeteilt. So macht er beispielsweise immer wieder ausgiebige Spaziergänge oder erledigt die Einkäufe mit ihr. Wir haben beide nicht Vollzeit gearbeitet und konnten so, auch wenn es phasenweise anstrengend war, einen guten Weg für uns finden. Ich schätze mich unheimlich glücklich diese Unterstützung durch meinen Mann zu erfahren und weiß, dass das nicht selbstverständlich ist.

Im Januar 2019 haben wir mit der Eingewöhnung bei einer lieben Tagesmutter begonnen. Bewusst nehmen wir uns viel Zeit für die Eingewöhnung. Die ersten beiden Wochen war ich 2 Stunden gemeinsam mit Amelie bei der Tagesmutter. So konnte auch ich die Tagesmutter besser kennenlernen und Amelie Vertrauen fassen. In Woche 3 hat Yannick die Eingewöhnung übernommen. Eher untypisch, doch bei uns läuft es so ganz wunderbar. Noch stecken wir mitten in der Eingewöhnung. Künftig wird Amelie von Montag bis Donnerstag von 9 bis 14 Uhr den Vormittag bei der Tagesmutter verbringen. Ich habe somit nach langer Zeit wieder feste Arbeitszeiten. Für mich ist das eine große Entlastung. Ich muss nicht an 6 von 7 Abenden eine Nachtschicht einlegen und kann die freie Zeit mit meiner Tochter in vollen Zügen genießen.

Minimalistisches Wallpaper: Ordnung auf dem Desktop

Ihr habt mir noch weitere Fragen in Bezug auf meine Selbstständigkeit gestellt. Aspekte wie “Effektives Zeitmanagement im Home Office” oder auch “Faire Bezahlung von Bloggern” greife ich in separaten Artikeln auf, da der Umfang dieses Beitrags ansonsten gesprengt werden würde. Einen kleinen Helfer für mehr Struktur im Arbeits- wie Privatleben möchte ich euch jedoch bereits jetzt mit an die Hand geben: das neue Wallpaper designt von der lieben Anna Wassmer.

Minimalismus Desktop Bildschirmhintergrund Girl Boss Selbstständigkeit Farbkleckse Aquarell Wallpaper Februar subvoyage Blog Julia Zohren
Minimalismus Desktop Bildschirmhintergrund Girl Boss Selbstständigkeit Farbkleckse Aquarell Wallpaper Februar subvoyage Blog Julia Zohren

PC [1920×1080]
PC [2880×1800]
Smartphone
Tablet

Das Wallpaper ist in 4 Bereiche unterteilt: Arbeit, Privat, Archivieren, Sonstiges. Ich räume meinen PC-Desktop regelmäßig auf und sortiere Dateien weg. Doch manches lege ich zunächst dort ab, um schnell darauf zugreifen zu können. Ich nutze das Wallpaper nun schon seit ein paar Tagen und bin ganz begeistert von der neuen Ordnung. Zusätzlich zur Desktop-Variante gibt es noch eine mobile Version ohne Beschriftung.

Da es noch Folgeartikel zum Thema Selbstständigkeit geben wird, schreibt mir eure Fragen gerne in die Kommentare, sollten welche offen geblieben sein 🙂

1 Kommentar zu “Mein Weg in die Selbstständigkeit + Wallpaper

  1. Wow, ich bewundere deinen Werdegang! Und freue mich darüber, dass du ihn hier online teilst! Ich finde es immer wieder total spannend wie Andere ihren Weg gehen. Ich hab auch studiert, gearbeitet und bin vor wenigen Wochen in die Selbstständigkeit gestartet.
    Liebe Grüße
    Christine von https://uponmylife.de/

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