Müll reduzieren: Weniger-Plastik-Challenge

Die Vorweihnachtszeit hat begonnen und damit die Zeit der gemütlichen Abende bei Kerzenschein, des Plätzchendufts und dem Beisammensein mit Familie und Freuden. Doch es ist auch die Zeit des gesteigerten Konsums und damit einhergehend des vermehrten Müllaufkommens. Daher ist der Dezember der perfekte Monat um mit der Weniger-Plastik-Challenge zu starten und den eigenen Müll einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Warum das ganze als Challenge verpacken? Muss alles im Leben immer gleich einer Herausforderung gleichen? Ich lese und schaue tagtäglich Content zu den unterschiedlichen Bereichen der Nachhaltigkeit. Doch auch bei mir liegt weiterhin eine große Differenz zwischen Umweltbewusstsein und Umwelthandeln vor. Die Infos werden in meinem Kopf abgespeichert und sie beschäftigen mich. Oftmals fehlt dennoch der letzte Impuls zum Umsetzen des Erlernten. Eine Challenge liefert mir diesen Impuls. Ich hoffe, es geht euch genauso. Die Weniger-Plastik-Challenge soll niemanden unter Druck setzen, sondern vielmehr einen Ansporn bieten.

7 Tage, 2 Bereiche, 1 Ziel: weniger Plastikmüll produzieren in Küche & Bad

In der Küche und im Badezimmer fällt im Haushalt in der Regel der meiste Plastikmüll an. Daher widmen wir uns ganz gezielt diesen beiden Bereichen. Bewusst habe ich mich für eine Laufzeit von 7 Tagen für die Challenge entschieden. Eine Woche ist ein überschaubarer Zeitraum und dennoch ausreichend um erste Veränderungen spürbar lassen zu werden. Damit ihr einen Eindruck davon erhalten was euch erwartet, habe ich für jeden Tag der Challenge eine Überschrift festgelegt:

Tag 1: Die Müll-Analyse
Tag 2: Ein Blick in die Schränke
Tag 3: Plastikfreier Einkauf im Supermarkt
Tag 4: Das eigene DIY-Produkt
Tag 5: Ungeliebte Gewohnheiten brechen
Tag 6: Wiederverwenden
Tag 7: Der Rückblick & Ausblick

Zu den einzelnen Überschriften werde ich euch konkrete Tipps an die Hand geben. Doch die meisten Aufgaben sind im Gegensatz dazu relativ offen gehalten, sodass jede*r den Meilenstein auf seine/ihre ganz eigene Art und Weise umsetzen kann. Das soll zusätzlich Druck nehmen. Denn, man glaubt es kaum, auch die Auseinandersetzung mit dem eigenen Müll kann und soll Freude bereiten.

Tag 1: Die Müll-Analyse

Schnappt euch ein Stück (Alt-)Papier und einen Stift – oder euer Smartphone – und notiert in einer zweispaltigen Tabelle welche Produktverpackungen sich in eurem Gelben Sack befinden. Jetzt sofort. Ohne vorher bewusst darauf zu achten weiteren Plastikmüll einzusparen. Zu Beginn der Challenge dient diese Müll-Analyse der Aufnahme des Ist-Zustands.

Die zweite Spalte der Tabelle trägt den Titel “Maßnahme”. In dieser Spalte notiert ihr alle Ideen, die euch einfallen, um die Plastikverpackungen zukünftig einzusparen. Statt Saft in einem Tetrapack zu kaufen, könnt ihr beispielsweise auf Getränke in Pfand-Glasflaschen sowie Leitungswasser zurückgreifen. Natürlich möchte ich euch auch meine Tabelle nicht vorenthalten.

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Produkt Maßnahme
Doppelkekse Kekse aus simplen Zutaten selber backen
Mandelmilch Pflanzenmilch im Mixer selber machen
Zahnpasta Tabs aus dem Unverpackt-Laden
Kokosmilch aus der Dose mit Kokosmus im Mixer selber machen
Saft Glaspfandflasche
Luftpolsterfolie wiederverwenden
Spülmaschinentabs DIY-Spülmaschinenpluver
Aufbackbrötchen selbst gemachten Brötchenteig einfrieren

Eine Aludose gefüllt mit Kokosmilch zählt natürlich grundsätzlich nicht zum Plastikmüll. Doch auch diese landet im Gelben Sack und benötigt sowohl bei der Herstellung als auch beim Recycling einiges an Rohstoffen & Energie. Daher ist es mein Ziel ebenso Aludosen einzusparen.

Stellt euch am ersten Tag mit einem Blick auf eure Tabelle die folgenden Fragen: Wie geht es euch mit Anblick? Welche Zeile springt euch besonders ins Auge? Bei welchem Produkt wird es euch besonders leicht fallen auf eine plastikfreie Alternative zurückzugreifen? Bei welchem eher schwer und warum?

Tag 2: Ein Blick in die Schränke

Manche der Maßnahmen, die wir in unserer Tabelle notiert haben, benötigen ein wenig Vorlaufzeit. Kokosmilch habe ich beispielsweise gerne auf Vorrat zu Hause, da ich sie oft zum Kochen und auch Backen verwende. Möchte ich die Dosen ersetzen, muss ich zunächst ein geeignetes Rezept finden und die Zutaten einkaufen. Mit dem Blick in die Küchen- und Badezimmerschränken erhalten wir einen Überblick welche Produkte sich bald dem Ende neigen und welche Maßnahmen somit als erstes Anwendung finden.

Vielleicht findet ihr heute bereits 1 oder 2 Produkte, bei denen es euch leicht fällt künftig auf Plastik zu verzichten. Notiert euch wie ihr das genau anstellen möchte und was ihr dazu benötigt. So seid ihr gewappnet wenn es soweit ist und vermeidet den “Bequemlichkeits-Plastik-Einkauf”. Oftmals bedarf es einer kleinen Umgewöhnungszeit. Zunächst mag es bei dem ein oder anderen Produkt aufwendiger erscheinen auf eine plastikfreie Alternative zurückzugreifen, doch schnell wird es für euch normal und genau so bequem werden. Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier.

Weniger-Plastik-Challenge subvoyage Blog plastikfrei verpackungsfrei unverpackt less waste zero waste Plastikmüll reduzieren Nachhaltigkeit umweltfreundlich Zahnputztabletten

Bei mir neigt sich die Zahnpasta so langsam dem Ende. Eine Alternative, die ich als nächstes testen möchte, sind Zahnputztabletten. Diese bekomme ich in Köln im Unverpacktladen. Da der Weg weiter ist als der zum Supermarkt um die Ecke, habe ich diese bereits gekauft, als ich in der Nähe des Ladens war. So komme ich nicht in Verlegenheit auf die Schnelle doch wieder auf eine konventionell verpackte Zahnpasta zurückzugreifen.

Tag 3: Plastikfreier Einkauf im Supermarkt

In größeren Städten eröffnen mittlerweile immer mehr Unverpackt-Läden. Doch nicht jede*r hat das Glück solch einen Laden in der Nähe zu haben. Aus den unterschiedlichsten Gründen ist es zudem oftmals auch nicht immer möglich den gesamten Wocheneinkauf auf dem Markt zu erledigen. Auf den ersten Blick scheint es schwierig in konventionellen Supermärkten plastikfrei einzukaufen. Macht euch dennoch genau das heute zur Aufgabe.

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Mittlerweile weiß ich, welche Produkte ich in welchem Supermarkt unverpackt oder aber eben in einer Papierverpackung erhalte. Meine Einkäufe teile ich bei Bedarf auf. Damit der womöglich erste 100% plastikfreie Einkauf in einem herkömmlichen Supermarkt ein wenig leichter fällt, habe ich euch einen beispielhaften Einkaufszettel geschrieben. Die Produkte auf dem Einkaufszettel erhält man in vielen Supermärkten plastikfrei.

Plastikfrei im Supermarkt einkaufen: Beispielhafter Einkaufszettel

Brot vom Bäcker (eigenen Stoffbeutel für das Brot mitnehmen)
Gurke
Tomaten (Dose zum Schutz mitnehmen)
Äpfel
Birnen
Brotaufstrich (im Glas)
Couscous (Papierverpackung)
Auberginge
Möhren
Zucchini
Paprika
Zwiebeln
Knoblauch
Saft (Glas-Pfandflasche)

Veganes Rezept mit Zutaten aus dem plastikfreien Einkauf

Nicht selten sieht unser Einkaufszettel tatsächlich genau so aus. Brot, Aufstrich und Gurke sind für das Frühstück. Der Saft für eine Saftschorle – ein Genussmittel, das wir uns ab und zu gönnen. Äpfel und Birnen werden über den Tag verteilt gesnackt. Aus dem Rest des Einkaufs lässt sich ein veganes Ratatouille mit Couscous zaubern. Das Rezept dafür teile ich gerne mit euch.

Veganes Ratatouille mit Couscous
Zutaten für 2 Personen

1 Aubergine
1 Zucchini
1 Paprika
3 Möhren
4 Tomaten
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
150 Gramm Couscous
Kräuter nach Wahl (das, was noch zu Hause ist)
Salz und Pfeffer
Öl zum Anbraten

Zubereitung
  1. Die Tomaten waschen und würfeln. Das restliche Gemüse ebenfalls waschen und schneiden.
  2. Knoblauch und Zwiebeln hacken. Beides in einem Topf mit dem Öl anbraten.
  3. Die gewürfelten Tomaten in den Topf geben, den Deckel auflegen und bei mittlerer Hitze einköcheln.
  4. Zunächst die Aubergine mit Öl in einer Pfanne anbraten. Anschließend die Möhren hinzugeben. Zuletzt Paprika und Zucchini ebenfalls in der gleichen Pfanne anbraten.
  5. Den Couscous nach Packungsbeilage mit heißem Wasser übergießen und ziehen lassen.
  6. Die eingekochten Tomaten mit den Kräutern (beispielsweise Rosmarin, Thymian, Basilikum, Orgeno), Salz und Pfeffer würzen. Anschließend zu dem restlichen Gemüse in die Pfanne geben. Etwa 2 Minuten gemeinsam köcheln lassen.
  7. Den Couscous gemeinsam mit dem Gemüse-Ratatouille servieren.

Schnappt euch euren Jutebeutel, den plastikfreien Einkaufszettel und los geht’s! Berichtet gerne in den Kommentaren, ob es euch tatsächlich gelungen ist, alle Produkte auf dem / eurem Einkaufszettel plastikfrei einzukaufen. Bei welchen Produkten ist es nicht gelungen? Habt ihr vielleicht spontan Alternativen gefunden?

Tag 4: Das eigene DIY-Produkt

Beim Herstellen von DIY-Produkten kann man oftmals nicht nur auf Plastikverpackungen verzichten, man spart gleichzeitig Geld und tut sich und der Umwelt zusätzlich etwas Gutes, indem man auf zahlreiche unnötige (teils giftige!) Inhaltsstoffe verzichtet. So kommt das DIY Deo Rezept, das ich in diesem Artikel mit euch teilen möchte, mit 3 simplen Zutaten aus. Eine davon ist Wasser und die beiden anderen erhaltet ihr im Supermarkt, in der Drogerie oder aber in der Apotheke.

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Plastikfrei im Badezimmer: DIY Deo Anleitung

Zutaten

2 TL Natron
100 ml Wasser
5 Tropfen Ätherisches Öl

Zubereitung
  1. Das Wasser abkochen.
  2. Natron in dem abkühlenden Wasser auflösen.
  3. Da Öl hinzugeben.
  4. Das fertige Sprühdeo in eine alte, abgekochte Deo-Flasche geben.

Gerade keinen Bedarf an Deo? Auf Instagram habe ich bereits eine Anleitung für einen DIY Badreiniger sowie DIY Klarspüler mit euch geteilt. Der Klarspüler ist super fix zusammengemischt und funktioniert einwandfrei. Allerdings greife ich dafür aktuell noch auf Brennspiritus aus einer Plastikflasche zurück. Somit wird der Plastikmüll zwar reduziert, aber nicht komplett eingespart. Ich halte die Augen nach einer Alternative offen.

Tag 5: Ungeliebte Gewohnheiten brechen

Oftmals kaufen wir bloß aus Bequemlichkeit und reiner Gewohnheit Produkte in Plastikverpackungen. Wenn wir aus unserer Komfortzone ausbrechen, werden wir erstaunt sein wie schnell sich neue plastikfreie Gewohnheiten etablieren werden. Bei uns ist der Kauf von Doppelkeksen solch eine ungeliebte Gewohnheit. Aus den unterschiedlichsten Gründen haben wir bereits versucht darauf zu verzichten. Doch die Lust ist groß und ohne Alternative gestaltet sich das “Abschwören” vom einen auf den anderen Tag schwierig. Ein super simples und fixes Rezept für selbst gemachte Haferkekse soll da Abhilfe schaffen.

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Rezept: Schnelle vegane & zuckerfreie Haferkekse

Zutaten

150 g Haferflocken
1 Banane
5 Datteln (oder anderes Trockenobst)
1 Hand voll Nüsse
1 Schuss Pflanzenmilch/Wasser

Nach Belieben pimpen: gehackte Schokolade, frische Beeren, Kokosraspeln …

Zubereitung
  1. Alle Zutaten in einen Mixer geben und zu einer Masse verarbeiten.
  2. Kleine Häufchen auf einem Backblech bilden. Die Häufchen platt drücken.
  3. Etwa 15 Minuten backen bei 190 Grad Ober-/Unterhitze.

Die Zutaten für die Kekse haben wir so gut wie immer alle zu Hause. Mit einer Zubereitungs- und einer Backzeit von insgesamt 20 Minuten ist es so auch an einem Sonntag spontan möglich in kurzer Zeit leckere Kekse verspeisen zu können. Solch eine kleine neu gewonnene Tradition lässt die ungeliebte Gewohnheit schnell in Vergessenheit geraten.

Tag 6: Wiederverwenden

Bei manchen Produkten fällt es uns (noch) vielleicht ein wenig schwerer auf Plastik zu verzichten. Anderer Plastikmüll gelangt unverhofft zu uns – etwa die Luftpolsterfolie beim Second Hand Online-Kauf. Je nach Verpackung/Produkt lohnt es sich die Frage zu stellen: “Kann ich das noch für irgendetwas wiederverwenden, statt es sofort in den Müll zu werfen?”.

So kann die Luftpolsterfolie etwa beim nächsten Umzug oder dem Versand von eigenen Päckchen erneut zum Einsatz kommen. Leere Kosmetik- oder Reinigerflaschen können mit DIY-Produkten wiederbefüllt werden. Plastiktüten können als Müllbeutel herhalten.

Schaut heute einmal in den Gelben Sack und überlegt euch, was ihr davon doch noch weiterverwenden könnt. Reinigt die Verpackung und macht euch eine kleine Sammelstelle für solche Produkte zurecht. An dieser Stelle können die Produkte nun bis zur nächsten Wiederverwendung warten.

Tag 7: Der Rückblick & Ausblick

So schnell neigt sich die Weniger-Plastik-Challenge dem Ende! Gemeinsam haben wir einiges über uns und unseren Plastikverbrauch lernen können. Zeit, ein kleines Resümee zu ziehen und Pläne für die Zukunft festzuhalten. Beantworte heute bitte diese 3 Fragen:

  1. Welche Produkte/welcher Bereich nimmt den größten Anteil meines Plastikmülls ein?
  2. An welcher Stelle konnte ich die Produktion von Plastikmüll ohne großen Aufwand sofort reduzieren oder gar ganz einstellen?
  3. Welche notierten Maßnahmen zur Reduktion meines Plastikmülls möchte ich als nächstes angehen in den kommenden Wochen?

Schreibt euch die Antworten ruhig auf, statt sie nur gedanklich zu beantworten. So werden euch unter Umständen deutlich mehr Aspekte in den Sinn kommen und die Umsetzung der Maßnahmen wird euch zudem tatsächlich leichter fallen, sobald diese verschriftlicht wurden. Eine weitere interessante Frage: Wie hat euer Umfeld auf die Weniger-Plastik-Challenge reagiert? Lasst mir eure Gedanken doch gerne auch in den Kommentaren da – ich freue mich auf den Austausch mit euch!

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