Vegan backen für Anfänger – Über Eiersatz & Co

Vegan backen ist absolut nicht schwer! Und nein, ihr braucht auch keine abgefahrenen Zutaten. Ganz im Gegenteil. Im Rahmen von Julias vegan Challenge diesen Monat möchte ich das Thema vegan backen ansprechen und euch zeigen wie kinderleicht das sein kann.

Auch früher als “nicht-Veganer” habe ich bereits gerne auf vegane Alternativen beim Backen zurückgegriffen. So habe ich oft Butter durch Öl ersetzt wenn es zu einer spontanen Back-Session kam, weil ich Butter – im Gegteil zu Öl – einfach nie im Haus hatte in den Mengen, in denen man sie zum Backen braucht.

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Küken in der Ei-Industrie // Lebewesen für den Müll

Das Ei hat in der Nahrungsversorgung eine lange Tradition. Doch ganz ähnlich wie in unserem Pflanzenmilch-Ratgeber geschildert geht es den Legehennen wie den Milchkühen doppelt schlecht. Sie leiden nicht nur unter der Eierproduktion, sondern werden nach eineinhalb Jahren auch geschlachtet. Männliche Küken sind in dieser Industrie nicht wirtschaftlich, da sie weder Eierlegen können noch eine rentable Fleischmenge liefern.

Aus diesem Grund werden für die Eierproduktion allein in Deutschland jährlich mehr als 50 Millionen männliche Küken routinemäßig in den Brütereien vergast oder lebendig geschreddert – dies gilt auch für Bio-Eier. – www.peta.de

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Vegan backen leicht gemacht

Glücklicherweise ist in der heutigen Zeit niemand auf den Konsum von Eiern angewiesen. Um das vegane Backen für die Anfänger unter uns etwas einfacher zu machen, habe ich eine Liste aufgestellt, die zeigt wie man tierische Produkte beim Backen ganz leicht durch pflanzliche ersetzten kann:

Vegan backen ohne Ei

  • Banane: 1/2 Banane entspricht einem Ei und eignet sich besonders für Kuchen. Der Geschmack der Banane kommt leicht durch.
  • Fruchtmus: 80 g Mus entspricht einem Ei und eigenet sich besonders für Muffins oder feuchte Teige. Der Geschmack verliert sich im Teig.
  • Gemahlene Lein- oder Chiasamen: Zwei Esslöffel gemahlene Samen vermengt mit drei Esslöffeln Wasser ersetzen ein Ei. Dieser Eiersatz eignet sich besonders für herzhafte Gebäcke und Vollkornteig.
  • Sojamehl: Ein Esslöffel Sojamehl verrührt mit zwei Esslöffeln Wasser ersetzt ein Ei. Der Sojageschmack kommt nicht durch.
  • Ei-Ersatzpulver: In Reformhäusern oder über den Online-Versand lässt sich auch oft Ei-Ersatzpulver finden. Ich habe ein solches jedoch noch nicht getestet. Wer sich ein Ei-Ersatzpulver selber anmischen möchte, der mischt je Ei das zu ersetzten ist 2 Esslöffel milden Essig (z.B. Apfelessig), etwa 1 Teelöffel Backpulver und etwa 1 Esslöffel Stärke.

Vegan backen ohne Butter

  • Pflanzliche Margarine: Kann eins zu eins die Butter ersetzten
  • Geschmacksneutrale Öle: Statt 100 g Butter nimmt man 80 g Öl. Sonnenblumen- oder Rapsöl eignen sich zum Backen. Olivenöl eignet sich aufgrund seines intensiven und herben Eigengeschmack eher weniger.

Vegan backen ohne Milchprodukte

  • Pflanzenmilch statt Kuhmilch: Pflanzenmilch kann eins zu eins statt Kuhmilch verwendet werden. Je nach belieben und Geschmack – ich persönlich verwende gerne Mandel- oder Hafermilch. Hat man keine Pflanzenmilch zu Hause kann in vielen Rezepten die Milch auch durch Wasser ersetzt werden. Wie man Pflanzenmilch selber macht, könnt ihr auf unserem Blog nachlesen.
  • Sojajoghurt oder Fruchtmus: Soll der Kuchen im ursprünglichen Rezept durch Joghurt oder Buttermilch aufgelockert werden, könnt ihr dies mit Sojajoghurt oder Fruchtmus ebenso erreichen.
  • Sojaquark selber machen: Selbst Sojaquark gibt es mittlerweile in vielen Supermärkten. Sollte es bei euch keinen geben, könnt ihr Sojajoghurt in eueren eigenen Quark verwandeln. Dafür legt ihr ein Sieb mit einem feinen Baumwollküchentuch aus und gebt den Sojajoghurt hinein und lasst ihn so für einige Stunden abtropfen. Gerne auch über Nacht und wenn möglich im Kühlschrank.

Vegan backen ohne Gelantine

  • Gelatine besteht aus tierischem Gewebe. Eine wunderbare pflanzliche Alternative ist Agar-Agar. Diese wird aus Meeresalgen gewonnen und muss ähnlich wie Gelantine vor der Verwendung erst aufgekocht werden.

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Basis Kuchen-Rezept

Zutaten:

400 g Mehl

4 EL Backpulver

250 g Rohrzucker

2 EL Apfelessig

250 g Rapsöl

350 ml Wasser

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So geht’s:

  1. Erst die trockenen Zutaten (Mehl, Backpulver und Rohrzucker) vermengen. Und dann Apfelessig, Rapsöl und Wasser hinzugeben und verrühren bis ein glatter Teig entsteht.
  2. Den Teig in eine gefettete bzw. mit Backpapier ausgelegte Springform geben und für 40 Minuten in dem auf 180 °C  Umluft vorgeheizten Backofen backen.

Leichter als dieses Rezept geht es wohl nicht! Und dieses Rezept lässt sich nach Herzenslust aufpimpen. Mit ein paar Pflaumen oder Pfirsichen oben drauf erinnert es mich an Omas traditionellen Kuchen, den sie jede Woche backt. Mit 50 g Backkakao untergemischt und einem zusätzlichen Zartbitter-Überzug habt ihr einen wunderbaren Schokokuchen. Wer mag gibt einen Spritzer Zitronensaft und Schalenabrieb hinzu oder kratz einen Vanilleschote aus. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt!

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Kategorie Rezept

Ich bin Anna. Ein leidenschaftlicher, kreativer Mensch. Ich bin stolze Öko-Tante und vergesse dennoch gelegentlich hinter mir das Licht auszumachen. Nicht ein Einzelner muss alles perfekt machen. Lasst uns zusammen daran arbeiten, die Welt wieder ein Stück grüner zu machen!

4 Kommentare

  1. Pingback: Veganes Bananenbrot ohne Zucker + glutenfrei & sojafrei

  2. Auf Eier und Gelantine verzichte ich schon sehr lange, eben aus den von dir genannten Gründen. Mir fehlt seitdem auch nichts und irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich durch das “Alternativen suchen” irgendwie viel mehr Spaß am Kochen und Backen gefunden habe 😀

    • Das kann ich absolut nach voll ziehen! Geht mir genauso. Ohne das Umdenken druch das vegane Backen wäre ich vermutlich auch nicht auf Alternativen wie Kokosblütenzucker und Co. gekommen was ja grundlegend nichts mir vegan oder nicht zu tun hat. Aber mit der Lust neues zu entdecken und herauszufinden was einem persönlich zusagt 🙂

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